Münchner Machtdemonstration

Sport / 21.12.2016 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit seinem Elfmetertor zog Robert Lewandowski nun mit Giovanni Elber gleich. Der Pole hält bei 133 Bundesliga-Toren und ist damit zweitbester ausländischer Torschütze. Foto: gepa
Mit seinem Elfmetertor zog Robert Lewandowski nun mit Giovanni Elber gleich. Der Pole hält bei 133 Bundesliga-Toren und ist damit zweitbester ausländischer Torschütze. Foto: gepa

Wintermeister FC Bayern zerlegt im Spitzenspiel Aufsteiger Leipzig und gewinnt 3:0.

München. Der Rekordmeister hat die Machtverhältnisse in der deutschen Bundesliga auf beeindruckende Art zurechtgerückt und schon drei Tage vor Heiligabend eine rauschende Weihnachtsparty gefeiert. Der FC Bayern demontierte den Emporkömmling RB Leipzig mit 3:0 im einseitigen BL-Spitzenspiel regelrecht und sicherte sich drei Punkte vor den Sachsen die Wintermeisterschaft.

Der herausragende Thiago, Xabi Alonso und Robert Lewandowski bescherten 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena mit ihren Toren eine vorgezogene Festtagsgala. Auf der Tribüne erlebte der traurige RB-Macher Dietrich Mateschitz erstmals eine Niederlage seiner „Bullen“ live im Stadion mit. Emil Forsberg sah nach grobem Foulspiel gegen Bayern-Kapitän Philipp Lahm zudem die erste Rote Karte in der Bundesliga-Geschichte von RB. Damit verlor das Duell Erster gegen Zweiter allerdings früh auch etwas an Reiz, zumal die Bayern schon vor dem Platzverweis in allen Belangen überlegen waren.

Die Bayern gedankenschneller

Der Triumph des Platzhirsches gegen den Herausforderer war auch einer für Trainer Carlo Ancelotti. Der Italiener verzichtete in der Startelf überraschend auf Franck Ribéry und Thomas Müller, sein Plan ging voll auf: Mit Thiago vor den beiden „Sechsern“ Arturo Vidal und Alonso unterband er das schnelle RB-Spiel über Naby Keita durch die Mitte.

Zwar gerieten die Bayern in der Anfangsphase beim Umschalten der Gäste ein ums andere Mal in Bedrängnis. Doch die Münchner bissen sich regelrecht ins Spiel, waren bald wacher und gedankenschneller als der Gegner. Thiago und Co. war anzusehen, das sie den neuen Rivalen mit allen Mitteln in die Schranken weisen wollen. So entwickelte sich ein umkämpftes, aber nicht unfaires Spiel. Rot gegen Forsberg, der einen Konter unterband, war die korrekte Entscheidung: Der Schwede war Lahm von hinten auf die Achillessehne gestiegen. „Bayern war in allen Belangen besser, das müssen wir neidlos anerkennen“, gab RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zu. Münchens Trainer Ancelotti sprach von „30 perfekten Minuten“ und Kapitän Lahm davon, dass man ein „Ausrufezeichen setzen“ wollte.