Pyrotechnik-Inferno mit Dutzenden Todesopfern

Welt / 21.12.2016 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Explosion war weithin sichtbar. Es war nicht die erste auf dem Markt nördlich der mexikanischen Hauptstadt. Foto: AFP
Die Explosion war weithin sichtbar. Es war nicht die erste auf dem Markt nördlich der mexikanischen Hauptstadt. Foto: AFP

Feuerwerksmarkt in Mexiko soll trotz dritter Katastrophe binnen elf Jahren weiter bestehen bleiben.

Tultepec. Explosion auf Explosion auf Explosion: Auf einem gut gefüllten Markt für Feuerwerkskörper flogen am Dienstag (Ortszeit) zig Raketen in die Luft – mindestens 31 Menschen verloren ihr Leben. Mehr als 70 Verletzte, darunter zehn Kinder, mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Einige erlitten Brandverletzungen von bis zu 90 Prozent. An der Unglücksstelle wurden zudem einige Leichenteile gefunden, die keinem der Opfer zugeordnet werden konnten. Elf Personen galten noch als vermisst. Es war bereits die dritte Riesendetonation auf dem Markt seit 2005.

So kurz vor Weihnachten und Silvester gingen besonders viele Käufer über den Markt von San Pablito, sagt der Bürgermeister von Tultepec, Armando Portugues Fuentes.  Erste Untersuchungen ließen zunächst aber noch auf keine Ursache für die Explosion schließen. Bei Explosionen 2005 und 2006 waren bereits Hunderte Verkaufsstände zerstört worden.

Eine Überlebende des jetzigen Unglücks, Crescencia Francisco Garcia, berichtete, sie sei etwa in der Mitte der Verkaufsreihen gewesen, als die Explosionen begannen. Sie sei erst wie erstarrt gewesen und habe Richtung Himmel geschaut, sagt sie. Dann aber habe sie realisiert, dass alle anderen davonliefen und sich angeschlossen. Auf ihrer Flucht vor den Flammen habe sie Menschen mit Verbrennungen, Schnitten und viel Blut gesehen. „Alles fing an zu brennen, alles explodierte“, sagt Francisco. Auch Steine und Ziegelsteinsplitter seien herumgeflogen.

Markt wird wieder öffnen

Trotz der dramatischen Szenen soll es den Pyrotechnikmarkt von Tultepec künftig weiterhin geben. Die Explosion sei zwar sehr bedauerlich, sagt Bürgermeister Portugues. Doch leider seien viele Bürger finanziell von dem Verkauf der Feuerwerkskörper abhängig. „Es ist Teil von dem, was wir in dieser Stadt machen. Es gibt uns unsere Identität.“