Täglicher Report aus Asylheimen wird ausgesetzt

Vorarlberg / 21.12.2016 • 19:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Asylwerber sind selbst für die Hygiene verantwortlich.
Asylwerber sind selbst für die Hygiene verantwortlich.

Kein täglicher Gesundheitsreport mehr. Indes sind Hygienemängel in Gaisbühel aufgetaucht.

Bregenz. „Schnellbeurteilung für ansteckende Infektionserkrankungen durch den Laien“; seit dem 27. Oktober 2015 lag in Vorarlberger Asylquartieren ab 25 Bewohnern ein Formular mit diesem Titel auf. Ein Flüchtlingsbetreuer oder Sozialarbeiter musste es täglich ausfüllen und an die zuständige Bezirkshauptmannschaft schicken. Elf Symptome waren aufgelistet, die auf mögliche Krankheiten hinweisen konnten. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) zieht im Gespräch mit den VN Bilanz: „Es hat nie eine wirklich relevante Geschichte gegeben, vielleicht einmal ein paar Hautausschläge. Die Aktion hat sehr gut funktioniert. Aus medizinischer Sicht haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir sagen können, dass der Gesundheitsgrad der zugereisten Menschen jenem der hiesigen Bevölkerung gleicht.“

Die Verantwortlichen ziehen daraus folgende Konsequenz: „Wir haben beschlossen, die Überwachung zu lockern.“ Vor wenigen Wochen stellte das Land den täglichen Gesundheitsrapport ein. Zumindest solange es zu keiner neuen Flüchtlingswelle komme, führt Landesrat Bernhard weiter aus. Ein besonderes Anliegen sei es gewesen, den Impfstatus der Kinder auf österreichisches Niveau zu heben. Die Ergebnisse der Kontrollen zeigten, dass dies gelungen sei.

Beanstandung in Gaisbühel

Eine andere Art von Kontrolle hat indes Mängel im Asylwerberheim in Gaisbühel offenbart. Die Bezirkshauptmannschaften kontrollieren circa vier Mal jährlich stichprobenweise Asylquartiere. Je Kontrolle werden um die fünf Heime überprüft. In Gaisbühel seien nun „hygienische Mängel beanstandet worden“, bestätigt Feldkirchs Bezirkshauptmann Herbert Burtscher einen Bericht des ORF Vorarlberg. Was genau beanstandet wurde, konnten weder Burtscher noch Asyllandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) oder die Caritas als zuständige Betreuungseinrichtung den VN mitteilen. Der Bericht der Amtsärztin liege nämlich noch nicht vor. Laut Burtscher sei dies nicht die erste Beanstandung in Quartieren gewesen: „Es ist nie gut, wenn Handlungsbedarf besteht. Aber grundsätzlich ist das schon ab und zu passiert.“ Das könne von unaufgeräumten Küchen bis zu dreckigen Duschbereichen reichen.

„Vorbildlich eingehalten“

Die Caritas spricht von Einzelfällen. Sie teilt den VN schriftlich mit, dass in den meisten Quartieren die Regeln vorbildlich eingehalten würden. Zum aktuellen Fall schreibt die Caritas: „Der Bericht liegt uns derzeit noch nicht vor. Aus der ersten Rückmeldung bei der Kontrolle vor Ort sind der Caritas keine erheblichen Mängel mitgeteilt worden, die eine gesundheitliche Gefährdung vermuten ließen. Selbstverständlich wird aber auf Mängel in der Hygiene umgehend reagiert.“ Die Einhaltung der Hygienevorschriften sei eine stetige Herausforderung, da viele Menschen auf engem Raum leben und die Bewohner oft wechseln. Grundsätzlich seien die Bewohner selber verantwortlich: „Schulungen zu Trennsystemen, Reinigungsmitteln, Putzplan und die Kontrolle dazu erfolgen regelmäßig durch Mitarbeiter. Bei wiederholter Nichteinhaltung werden Sanktionen gesetzt“, schreibt die Caritas weiter.

Die Verantwortlichen rechnen damit, den betreffenden Bericht innerhalb der kommenden 14 Tage zu erhalten.

Wir haben beschlossen, die Überwachung zu lockern.

Christian Bernhard
Rund 100 Flüchtlinge sind derzeit im Asylquartier in der ehemaligen Lungenheilanstalt Gaisbühel untergebracht. FotoS: VN/Steurer
Rund 100 Flüchtlinge sind derzeit im Asylquartier in der ehemaligen Lungenheilanstalt Gaisbühel untergebracht. FotoS: VN/Steurer