Vorwürfe zurückgewiesen

Sport / 21.12.2016 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Franz Beckenbauer. Foto: dpa
Franz Beckenbauer. Foto: dpa

Franz Beckenbauer (71) äußerst sich erstmals zu noch offenen Fragen der WM-Vergabe.

München. „Die Vergabe der WM nach Deutschland war nach meinem besten Wissen und Gewissen nicht gekauft. Wir wollten niemanden bestechen und wir haben niemanden bestochen“, beteuert Franz Beckenbauer. Der frühere Fußball-Star war Chef des Organisationskomitees der WM 2006 und damit eine der zentralen Figuren in der Affäre. Er könne sich nicht ausführlicher öffentlich äußern, „bevor nicht die deutschen und Schweizer Behörden, mit denen ich im Übrigen kooperiere, ihre Untersuchungen beendet haben“, nennt Beckenbauer als Grund für seine spärlichen Statements. So wird in der Schweiz gegen ihn, die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung ermittelt.

Ausgangspunkt der Untersuchungen ist die Zahlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus vor der WM 2006. Die ominöse Zahlung ist die entscheidende Frage in der Aufarbeitung der WM-Affäre. Das damalige Organisationskomitee um Beckenbauer hatte eine Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro in der Steuererklärung der WM bewusst falsch deklariert. Wozu genau das Geld verwendet wurde, ist bis heute unklar.

Beckenbauer hatte Anfang September eine Herzoperation, bei der ihm nach seiner eigenen Aussage mehrere Bypässe gelegt werden mussten. „Heute geht‘s mir dank der Kunst der Ärzte wieder gut, ich möchte sogar sagen richtig, richtig gut. Ich habe meine Reha hinter mir, ich habe mein Leben ein wenig umgestellt und treibe wieder viel Sport“, sagte der Bayer. Das Ende seiner Tätigkeit für die „Bild-“Zeitung nach 34 Jahren begründete er damit, mehr mit seiner Familie zusammen sein zu wollen. Mit seiner dritten Frau Heidi und seinen beiden Kindern lebt er in Salzburg.