Der Ruf der Dohle

Vorarlberg / 22.12.2016 • 18:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Antwort auf einen Tomaten-Mozzarella-Salat.
Die Vorarlberger Antwort auf einen Tomaten-Mozzarella-Salat.

Lochau. Was liegt näher, als an einem nebligen Sonntagmorgen in die Höhe zu flüchten. In unserem Fall auf den Bregenzer Hausberg, den Pfänder. Was liegt dort wiederum näher, als dem Gasthaus Pfänderdohle einen Besuch abzustatten. Die Dohle, 1911 erbaut, ist in zirka zehn Minuten von der Bergstation der Pfänderbahn zu Fuß erreichbar und wird von der Familie Nussbaumer geführt.

Wenn ich für Gemütlichkeit und Freundlichkeit Noten geben würde, wäre dieses Lokal ein Einserkandidat. Viel Holz, der warme Kachelofen, ein schöner Wintergarten und die Räume liebevoll weihnachtlich geschmückt. Das Serviceteam, alphüttenmäßig in Lederhosen, ist trotz vollbesetzten Restaurants sehr zuvorkommend und freundlich.

Da uns beim Betreten der Dohle schon der Geruch von Käsknöpfle in die Nase stieg, war die Entscheidung für eine der Hauptspeisen schon gefallen, bevor wir einen Blick auf die Speisekarte geworfen hatten. Diese wird von österreichischen Spezialitäten dominiert. Neben der normalen Karte wird auch eine Jausenkarte angeboten, auf der Klassiker wie Haussulz mit Zwiebeln, Jausenteller und Lumpensalat zu finden sind. Unsere Vorspeise war die Vorarlberger Antwort auf einen Tomaten-Mozzarella-Salat: Frischmilchkäsle aus der Sennerei Doren mit Tomaten, Kernöl und Balsamico (8,10 Euro). Außerdem bestellten wir einen Suppentopf mit Flädle, Brätspätzle, Rindfleisch und Gemüse (5,40 Euro). Das Frischmilchkäsle war hitverdächtig, die Suppe auch sehr gut.

Nach den eher geschmacksneutralen Käsespätzle in Ulm waren die Käsknöpfle mit gemischtem Salat (13,20 Euro) in der Dohle eine Herausforderung für die Geschmacksknospen. Eine superräße Käsemischung, tolle Knöpfle, passt! Der Sonntagsbraten, ein Schweinebraten mit Serviettenknödel und Blaukraut (13,20 Euro), der als Tagesempfehlung angeboten wurde, war auch ganz gut. Der Küchenchef wählte für den Braten einen Schweinehals, der, weil schön durchzogen, sehr saftig war. Zum süßen Abschluss waren ein Topfenstrudel (4,10 Euro) und Topfenschaumnockerl auf Beerenspiegel (6,80 Euro) angesagt. Die Nockerl waren top, beim Topfenstrudel fehlten mir persönlich die in Rum eingelegten Rosinen. Fazit: Urgemütlich, tolles Team und eine bodenständige, gute Küche ohne Schnickschnack.

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

Gasthaus Pfänderdohle, Pfänder 1,
6911 Lochau, Tel. 05574 43073