Eine Tour zum „Godfather of Soul“

Reise / 22.12.2016 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In Augusta erinnert die Statue von James Brown an den legendären Musiker. Foto: Flickr
In Augusta erinnert die Statue von James Brown an den legendären Musiker. Foto: Flickr

des Hip-Hop vorweg. „Er hat ein Gefühl der Zusammengehörigkeit hinterlassen“, sagt Taefa Ayers, Browns Cousine, die ihn seit ihrer Kindheit kannte. „Seine Musik ist um die Welt gegangen. Sie hatte das Potenzial, Menschen aller Kulturen und Altersklassen zusammenzubringen, besonders in Augusta.“ Und sie war eine wahre Gelddruckmaschine. Der Bus stoppt vor dem Brown-Anwesen im noblen Stadtteil Summerville. Es geht vorbei am Daniel-Field-Airport – James Brown war der erste US-Afroamerikaner, der einen eigenen Learjet besaß – und weiter zu einer seiner ehemaligen Radiostationen. Das kleine Ziegelsteinhaus, auf einer Wiese neben einem Holzschuppen, wirkt fast wie eine Abstellkammer. Doch die Initialen WRDW – Brown nannte den Sender selbstbewusst. „In der Zeit, in der er aufwuchs, wurden Schwarze nicht respektiert. Aber er wollte Respekt von den Menschen“, erklärt Taefa. Georgia positioniert sich damit als Reiseziel für Musikliebhaber: Es gibt Rock-Touren in Macon, musikalische Spaziergänge in Athens, ein Blues-Museum in Columbus und ein Jazz-Festival in Savannah. Hinzu kommen urige Plattenläden und zahlreiche Ikonen der Bar-Szene wie die „Soul Bar“ in Augusta, die mit Livemusik aus allen Genres lockt und doch schon fast wie ein James-Brown-Schrein daherkommt. Touristen erfahren auf der Stadtrundfahrt nicht nur, wo der Sänger als Kind Einkaufstüten für ein paar Pennys getragen hat, wo er das Klavierspielen gelernt hat und später bei Talentshows aufgetreten ist. Sie hören auch ganz persönliche Anekdoten aus dem Leben des Superstars. Von sich selbst soll der Sänger einst selbstbewusst gesagt haben: „James Brown ist keine Person, sondern ein Konzept, eine Vibration, ein Tanz.“

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