Eine Tour zum „Godfather of Soul“

Reise / 22.12.2016 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Augusta in Georgia: Heimatstadt von James Brown bietet Tour zum 10. Todestag.

reise. (srt/Mona Contzen) Besonders groß war er nicht, der größte Sohn der Stadt. Auf gerade mal 1,68 Meter bringt es die lebensgroße Bronzestatue von James Brown in seiner Heimatstadt Augusta in Georgia, USA. Das Denkmal ist der wichtigste Fotostopp auf der James-Brown-Familientour, die Tochter und Cousine des „Godfather of Soul“ in diesem Jahr anlässlich seines zehnten Todestags anbieten. Der Bus rauscht den James-Brown-Boulevard herunter, an der James-Brown-Academy-of-Music-Pupils vorbei, stoppt vor der James-Brown-Arena. Der Musiker hat Augusta seinen Stempel aufgedrückt. Selbst Stromkästen tragen das Konterfei des Sängers. James Brown galt als die Verkörperung des amerikanischen Traums und als die Stimme des schwarzen Amerika. Er hat sich hochgearbeitet aus ärmlichen Verhältnissen, wurde buchstäblich vom Schuhputzer zum Millionär. Er stand mit provokativen Songs („Say it loud – I’m black and I’m proud“) und fieberhaften Tänzen für schwarzes Selbstbewusstsein. Er wurde in den 1960er-Jahren zur Identifikationsfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung und setzte sich in einer Zeit, die noch immer geprägt war von Rassentrennung und Hass, für die Rechte der Afroamerikaner ein. Deshalb ist die Geschichte von James Brown untrennbar verbunden mit der Geschichte seiner Heimat, des tiefen Südens der USA.

Viele Besucher kennen nur das „Weiße Georgia“, suchen das „Vom Winde verweht“-Flair, die Südstaatenromantik im Reinformat. Prächtige Herrenhäuser aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg, verziert mit griechischen Säulen, gotischen Ornamenten und viktorianischen Geländern. Verwunschene Alleen, von Moos überwuchert. Pferdekutschen und vornehme Ladys, die sich in ihren Schaukelstühlen auf der Veranda Luft zufächeln. Der „Schwarze Süden“, das ist aber auch die Barbarei der Sklaverei, ist Gospel, Blues- und Soul-Musik und traditionelles „Soul Food“ mit Maisbrot, Chicken Wings und Spareribs. James Browns Bedeutung für die Entwicklung der afroamerikanischen Musik ist kaum zu überschätzen: Er hatte seine Wurzeln im Gospel, erarbeitete sich eine herausragende Stellung im Rhythm and Blues und in der Soul-Musik, wurde zu einem der bedeutendsten Funk-Musiker und nahm mit seinem rhythmischen Sprechgesang und seinen Themen Elemente