„Es ist harte Arbeit, die sich auszahlt“

Sport / 22.12.2016 • 22:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Feierte in Madonna Triumph Nummer zwölf im Ski-Weltcup: Henrik Kristoffersen. Foto: ap
Feierte in Madonna Triumph Nummer zwölf im Ski-Weltcup: Henrik Kristoffersen. Foto: ap

Henrik Kristoffersen war auch in Madonna schneller als Marcel Hirscher.

Madonna di Campiglio. Und wenn man glaubt, schneller geht es nicht mehr, dann kommt der Henrik Kristoffersen daher. Der Norweger setzte dem Nachtslalom in Madonna di Campiglio die Krone auf, war bei seinem zwölften Weltcup-Sieg 33 Hundertstelsekunden schneller als Marcel Hirscher. Dabei hatte Österreichs Superstar auf der Canaloni-Miramonti-Piste einen Traumlauf hingelegt. Selbst der Schweizer Skilegende Bernhard Russi entfuhr nach dem Duell der beiden Slalom-Protagonisten ein „sensationell“. Nach Hirschers Vorstellung hatte er nicht gedacht, dass es in diesem zweiten Durchgang noch schneller gehen könnte. „Es ist die harte Arbeit, die sich hier auszahlt. Es ist ziemlich großartig“, sagte Kristoffersen, der seinen Vorjahressieg wiederholte. Rang drei ging in Italien vor heimischem Publikum an Stefano Gross.

Zweiter Sieg in Serie

Von den vergangenen zwölf Slaloms, die Kristoffersen seit inklusive Val d‘Isere im Dezember 2015 bestritt, gewann er acht. Der 22-Jährige ist erst der dritte Läufer, dem es gelang, zwei Mal in Folge in Madonna zu gewinnen. Die anderen beiden waren Ingemar Stenmark (1980) und Alberto Tomba (1988). Stenmark und Tomba, auf die er angesprochen wurde, waren laut ihm „riesengroße Superstars, zwei der besten Skifahrer aller Zeiten“. In einem Atemzug mit den beiden Ikonen genannt zu werden, sei „unglaublich“.

Für Hirscher, der zuletzt vor elf Tagen in Val d‘Isere 75 Hundertstelsekunden auf Kristoffersen aufgerissen hatte, stand die Rückkehr nach Madonna unter besonderen Vorzeichen. Im Vorjahr wäre er fast von einer abstürzenden Kameradrohne getroffen worden. Heuer kamen die Fluggeräte aus Sicherheitsgründen nicht zum Einsatz.Der Salzburger zeigte sich zufrieden. „Ich bin superhappy, dass der Weg stimmt. Ich lass‘ nicht locker“, sagte er im ORF-Interview, konnte sich aber zugleich einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Ich bin mir sicher, wir hatten heute in Madonna mehr Action und Krimi als beim ‚Landkrimi‘“. Der zweite Durchgang war zwar unter anderem in China und Japan, aber nicht auf ORF eins live zu sehen gewesen.

Im Kollektiv stark

Kollektiv präsentierten sich die Österreicher nicht ganz so stark wie zuletzt, unterstrichen aber dennoch, dass der Slalom bisher die stärkste Disziplin der ÖSV-Herren in diesem Winter ist. Fünf waren im zweiten Durchgang dabei, davon schnitt Schwarz als Zehnter unmittelbar vor Michael Matt am besten ab. Christian Hirschbühl fuhr mit der hohen Startnummer 46 auf Rang 16, Marc Digruber beendete das Rennen als 20.

Hirschbühl fuhr in seinem 27. Weltcuprennen zum siebten Mal Weltcuppunkte heraus. Der 26-jährige Lauteracher klassierte sich im ersten Lauf auf dem 18. Platz, stieß im zweiten Durchgang noch auf Rang 16 vor. Hirschbühl punktete zum dritten Mal in einem Slalom, das beste Torlauf-Ergebnis resultiert aus dem Jänner mit Platz sieben in Kitzbühel.

Der Weg stimmt, ich lass’ nicht locker.

MArcel Hirscher

Ski alpin

Weltcup-Herrenslalom Madonna di Campiglio

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:33,93 48,00 45,93

2. Marcel Hirscher (AUT) 1:34,26 +00,33 48,23 46,03

3. Stefano Gross (ITA) 1:35,28 +01,35 48,59 46,69

4. Manfred Mölgg (ITA) 1:35,38 +01,45 48,61 46,77

5. Andre Myhrer (SWE) 1:35,46 +01,53 48,49 46,97

6. Daniel Yule (SUI) 1:35,49 +01,56 48,63 46,86

7. Alexis Pinturault (FRA) 1:35,76 +01,83 49,20 46,56

8. Naoki Yuasa (JPN) 1:35,97 +02,04 48,72 47,25

9. Patrick Thaler (ITA) 1:35,98 +02,05 48,75 47,23

10. Marco Schwarz (AUT) 1:36,00 +02,07 48,86 47,14

11. Michael Matt (AUT) 1:36,02 +02,09 49,07 46,95

12. David Ryding (GBR) 1:36,03 +02,10 49,23 46,80

13. Julien Lizeroux (FRA) 1:36,14 +02,21 49,52 46,62

14. Jean-Baptiste Grange (FRA) 1:36,19 +02,26 49,24 46,95

15. Dominik Stehle (GER) 1:36,47 +02,54 48,80 47,67

16. Christian Hirschbühl (AUT) 1:36,57 +02,64 49,35 47,22

17. David Chodounsky (USA) 1:36,59 +02,66 49,42 47,17

18. Erik Read (CAN) 1:36,62 +02,69 49,23 47,39

19. Mattias Hargin (SWE) 1:36,65 +02,72 49,44 47,21

20. Marc Digruber (AUT) 1:37,00 +03,07 49,49 47,51

21. Ramon Zenhäusern (SUI) 1:37,07 +03,14 49,38 47,69

22. Alexander Choroschilow (RUS) 1:37,10 +03,17 49,45 47,65

23. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 1:37,37 +03,44 49,77 47,60

Nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert: 50. Dominik Raschner 51,25 +3,25, 52. Richard Leitgeb (AUT) 51,58 +3,58

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Manuel Feller (AUT), Anton Lahdenperä (SWE), Jens Byggmark (SWE), Jonathan Nordbotten (NOR), Felix Neureuther (GER)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Luca Aerni (SUI)