Pkw trotz „Kuckuck“ an Ahnungslosen verkauft

Vorarlberg / 22.12.2016 • 22:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

1650 Euro Strafe für den Verkäufer, Käufer darf das Auto aber behalten.

Feldkirch. Eigentlich verdient der 37-jährige Arbeiter mit 2000 Euro netto gar nicht schlecht. Doch an die 60.000 Euro Schulden haben sich mittlerweile angesammelt. Der Unbescholtene hat zwei Kinder und bemüht sich zurzeit, seine finanzielle Lage wieder in den Griff zu bekommen. Die Schuldenberatung ist ihm dabei behilflich, im Jänner kommt es zur Verhandlung, der Privatkonkurs ist bereits in Angriff genommen.

Das Geld für den Autokauf hatte sich der Arbeiter einst von einem Kollegen ausgeliehen. Er erstand den BMW und eine Zeit lang klappte es auch mit der Ratenzahlung seiner Verbindlichkeiten. Doch dann gerieten die Rückzahlungen ins Stocken, mehrere Gläubiger verloren die Geduld und schritten zur Exekution. Auch eine Bank wollte ihre Schäfchen ins Trockene bringen und schickte den Exekutionsbeamten vorbei. Der Kollege des Arbeiters bekam ebenfalls mit, dass er um sein Geld bangen musste und drängte seinen Kumpel, ihm die geliehene Summe zurückzugeben. Da entschied sich der BMW-Besitzer, sein Fahrzeug zu verkaufen.

Gutgläubig erworben

Obwohl der Exekutionsbeamte den Wagen bereits mit dem „Kuckuck“, also der Pfändungsmarke, wie das Siegel offiziell heißt, versehen hatte, verkaufte der Verschuldete das Auto um 8000 Euro an einen Dritten. Der wusste nichts davon, dass das Auto bereits verpfändet war und freute sich über den Kauf. Die Gläubiger schauen nun diesbezüglich durch die Finger, das Auto ist weg und der Erwerber darf es behalten. Der Verkäufer muss allerdings wegen Vollstreckungsvereitelung 1650 Euro Strafe zahlen, weitere 1650 Euro wurden auf Bewährung ausgesprochen.