Posthum gut im Geschäft

Kultur / 22.12.2016 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Nachlass von Prince wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.
Der Nachlass von Prince wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Viele Musikstars sind nach ihrem Tod zu Ikonen geworden und verdienen oft mehr Geld als zu Lebzeiten.

Los Angeles. Einige der ganz großen Musiker sind in diesem Jahr von uns gegangen. Im Popgeschäft ist das allerdings kein Hindernis für die Fortsetzung einer erfolgreichen Karriere. Als die American Music Awards im November vergeben wurden, ging die Trophäe für den besten Soundtrack an den im April gestorbenen Prince für die Filmmusik zu „Purple Rain“ von 1984. Nach dem Tod des 57-jährigen Sängers an einer versehentlichen Überdosis Schmerzmittel waren die Verkäufe seines wohl bekanntesten Albums in die Höhe geschnellt.

Musikstars wie Jim Morrison, Janis Joplin, Bob Marley und Jimi Hendrix sind nach ihren frühen Todesfällen zu Ikonen geworden. Selbst Jahrzehnte danach gewinnen sie neue Fans hinzu, ihre Musik bringt Millionen. Vom Gitarrenhelden Hendrix etwa sind dank eines umfangreichen Archivs von Studio-Aufnahmen posthum viermal so viele Alben erschienen wie zu Lebzeiten.

Unveröffentlichte Musik

Ob Hinterbliebene und Nachfahren berühmter Musiker noch lange an deren Erfolg verdienen, hängt aber auch davon ab, welche Vorkehrungen getroffen werden. Der ebenfalls in diesem Jahr gestorbene David Bowie war ein cleverer Geschäftsmann. Er sorgte dafür, dass die Rechte an seiner Arbeit bei seiner Familie bleiben. Die Verwaltung vertraute er seinem Business-Manager Bill Zysblat an. Bowie habe auch Vorbereitungen für mehrere Anthologien seiner Musik getroffen, die posthum herauskommen sollen. Seit seinem Krebstod mit 69 Jahren im Jänner sind bereits die Sammlung „Legacy“ und ein Album zu seinem Musical „Lazarus“ erschienen. Es gebe noch unveröffentlichtes Material, sagte Bowie-Produzent Tony Visconti.

Auch von Prince wird noch zu hören sein. Der Superstar hat einen Tresor voller unveröffentlichter Musik hinterlassen, aber offenbar kein Testament. Sein Nachlass, der auf bis zu 300 Millionen Dollar geschätzt wird, geht damit an Nelson und fünf Halbgeschwister. Dazu gehört auch Paisley Park, das in einem Vorort der US-Stadt Minneapolis liegt.

Mit dem Graceland-Management hat die Stiftung, die sich um Prince’ Erbmasse kümmert, zusammengearbeitet, um aus Paisley Park ein Museum zu machen. Das hatte Prince gewollt. Nun gibt es dort unter anderem die VIP-Tour „Sunday Brunch Experience“, und Besucher können in Prince’ Tonstudios, wo er tot aufgefunden wurde, den Gesang für eines seiner Stücke aufnehmen. Ob das auch den Wünschen des Künstlers entspricht, ist unbekannt.