Schlachthof-Vertrag ist in trockenen Tüchern

Vorarlberg / 22.12.2016 • 18:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jetzt ist es fix. Anton Fetz wird den Schlachthof ab Jänner 2017 übernehmen. Foto: Stiplovsek
Jetzt ist es fix. Anton Fetz wird den Schlachthof ab Jänner 2017 übernehmen. Foto: Stiplovsek

Das Land unterstützt den neuen Pächter Anton Fetz. Der Betrieb startet am 2. Jänner.

Bregenz. (VN-hk) Es war ein zähes Ringen, das sich über Monate hinzog. Jetzt ist die – zumindest kurzfristige – Zukunft des Dornbirner Schlachthofes gesichert: Der Andelsbucher Schlacht- und Zerlegeunternehmer Anton Fetz (45) übernimmt mit finanzieller Unterstützung des Landes ab 2. Jänner den Betrieb.

Am Donnerstag verkündete Landesrat Erich Schwärzler (63) den Vollzug der Übernahme im Beisein der Agrarsprecherinnen und Agrarsprecher der Landtagsparteien.

Der Schlachthof Dornbirn wird künftig als Regionalschlachthof in privater Hand geführt. Jeder Tierhalter kann dort Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen schlachten lassen. „Ich bin Anton Fetz dankbar für die Bereitschaft, den Betrieb zu übernehmen. Wir haben damit eine Lösung gefunden, die in jeder Hinsicht unserer gemeinsamen Ökoland-Strategie entspricht“, sagte Schwärzler. Der Landesrat bezog sich dabei auf Aspekte wie Tierschutz, kurze Transportwege, regionale Wertschöpfung und regionale Arbeitsplätze.

Anton Fetz unterhält bereits einen Schlacht- und Zerlegebetrieb in Andelsbuch und einen Fleischwarenproduktionsbetrieb in Lauterach. Schon vor Monaten – die VN berichteten – hatte sich Fetz für die Übernahme des Dornbirner Schlachthofes beworben. Seine Bewerbung ging nicht ohne Kritik vonstatten. So hatten die FPÖ-Kammerräte  Heinz Blum und Andreas Hagspiel stets vehement eine genossenschaftliche Lösung für die Weiterführung des Schlachthofes gefordert und fühlten sich bei der Entscheidungsfindung für die Übernahme eines neuen Pächters übergangen.

Inzwischen haben sich die verschiedenen Interessengruppen zusammengerauft. Eine endgültige Lösung mit einem neuen Standort und der Kooperation mehrerer Partner ist langfristig angedacht. Dafür wird im kommenden Jahr eine Arbeitsgruppe installiert, in die alle in der Fleischindustrie relevanten Interessenvertreter eingebunden werden sollen.

Der Schlachthof-Betrieb wird von der Stadt Dornbirn wegen wirtschaftlicher Verluste zu Jahresende eingestellt.