Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Sterne der Hoffnung

Gesund / 22.12.2016 • 22:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die traurigen Ereignisse von Berlin werden auch und wohl besonders in diesen Tagen noch laut nachhallen. Wie Glocken, die aus dem Takt geraten sind. Terror hat immer ein böses Antlitz. Jetzt, zu Weihnachten, lacht es uns höhnisch ins Gesicht und macht deutlich, wie lächerlich einfach wir doch angreifbar sind. Da fällt es schwer, noch an das Fest des Friedens und der Freude zu glauben. Und doch sollten wir jetzt genau das tun. Und genau deshalb möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen.

Unlängst fragte mich mein Sohn: „Mama, möchtest du a Christkindle si?“ Ich musste schmunzeln. Eigentlich bin ich ja das ganze Jahr über immer wieder einmal „a Christkindle“. Das ist, salopp formuliert, die höfliche Umschreibung für „geht es dir noch!“ oder „bist du noch ganz dicht!“ oder ähnlichen Attributen, die sich so im Alltag ergeben. Aber in diesem Fall war das mit dem Christkind so gemeint, wie gesagt. Im Flüchtlingscamp, in dem mein Sohn seinen Zivildienst ableistet, soll es auch Weihnachten werden. Und dafür wurden eben Christkinder gesucht, die sich mit Geschenken beteiligen. Nichts Pompöses, wohlgemerkt, sondern kleine Dinge, die aber von Herzen kommen. So wünscht sich etwa ein kleiner Junge einfach nur eine Fleecedecke. Wärme an kalten Tagen. Das Christkind wird sie bringen. Mit Sternen darauf, die wie Lichter der Hoffnung wirken.

Wir können jeden Tag „a Christkindle si“. Das stärkt uns und schwächt das Böse. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen friedvolle und fröhliche Weihnachten.

marlies.mohr@vn.at