Unterschiede

Leserbriefe / 22.12.2016 • 18:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

wahren

Zum Kommentar von ­Reinhard Haller, „Ehe der Hahn kräht“, VN vom 15. 12.:

Zwei höchste Vertreter der katholischen bzw. evangelischen Kirche hätten beim Besuch der muslimischen Moschee in Jerusalem ihr Brustkreuz abgenommen. Prof. Haller sieht in dieser Geste eine allzu demütige­ Anpassung – oder gar die Spur eines Verrats der eigenen christlichen Identität. Mich lässt dieses kleine Ereignis fragen, ob es nicht eine zu große Sorge oder gar Befürchtung in Europa gibt, man könnte das eigene christliche Erbe als wichtiger und bedeutungsvoller darstellen als die anderen Religionen in Europa und würde damit bei Menschen anderen Glaubens Ärgernis stiften. Was so weit gehen kann, dass man um des lieben Friedens willen oder gar aus Überzeugung sagt: Ob Christ oder Moslem oder Jude oder Buddhist – die ­haben doch alle dasselbe Gottesbild. Könnte aber nicht gerade in einer tendenziellen Aufhebung der Unterschiede der Grund dafür liegen, dass Bürger Europas politisch nach „rechts“ ziehen, weil sie die Unterschiede wahren wollen, was dann verächtlich als niedriger Populismus angeprangert wird? Zu Weihnachten feiern Christen das lebendige Gottesbild namens „Jesus von Nazareth“ und lassen sich rufen, selber Gottesbilder zu werden nach seiner Art.

Peter Mathei,

Hof,
Alberschwende