Das Ende ist besiegelt

Markt / 23.12.2016 • 22:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Spinnerei Feldkirch musste aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen werden. Foto: VN/Paulitsch
Die Spinnerei Feldkirch musste aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen werden. Foto: VN/Paulitsch

Keine Einigung mit Investor: Endgültiges Aus für Spinnerei Feldkirch. Nachnutzung für 40.000-m2-Areal.

Feldkirch. (VN-reh) Die Hoffnung blieb bis zuletzt. Es wäre schließlich auch ein perfektes Weihnachtswunder gewesen. Nun steht aber fest, dass es kein Happy End für die Spinnerei Feldkirch gibt. Seit einem halben Jahr hat Petra Kreuzer, Vorstand des Eigentümers F.M. Hämmerle Holding, mit einem Investor verhandelt. Intensiv verhandelt, weil sie für den Betrieb und die Mitarbeiter die bestmögliche Lösung erreichen wollte. Und zunächst schien es auch auf eine Einigung und damit auf eine Weiterführung des Unternehmens hinauszulaufen. Letztlich konnte aber mit dem Investor keine Einigung erzielt werden. „Vereinbarte Vertragspunkte sind  nicht eingehalten worden“, berichtet Kreuzer im VN-Gespräch. Deshalb seien die Verhandlungen am Ende leider gescheitert.

Gewissheit gibt es somit auch für die 80 ehemaligen Mitarbeiter der Spinnerei. Die wenigsten von ihnen hätten bislang einen neuen Job gefunden, viele seien aber in der Arbeitsstiftung und einige Dienstverhältnisse würden erst Ende des Jahres enden, erklärt Gewerkschafter Bernhard Heinzle. Offizielle Zahlen, wie viele Mitarbeiter einen neuen Job haben oder sich in einer Umschulungsmaßnahme befinden, gibt es aber aufgrund der Schweigepflicht des Arbeitsmarktservice nicht. Die Informationen habe man aus Gesprächen mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat.

Von Seiten der F.M. Hämmerle Holding sei man jedenfalls allen versprochenen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern nachgekommen, sagt Petra Kreuzer. Alle Forderungen im Sozialplan seien erfüllt worden. Darauf ist auch Heinzle stolz. „Weil viele der Mitarbeiter niedrig qualifiziert sind, war uns das wichtig. Denn dadurch können sie sich umschulen lassen. Ein Weihnachtswunder ist es zwar nicht geworden, aber durch den Sozialplan und die Arbeitsstiftung konnte zumindest für die Mitarbeiter die soziale Härte aufgrund des Verlusts ihres Arbeitsplatzes etwas abgefedert und die Arbeitslosigkeit überbrückt werden.“ Auch die Betriebswohnungen stünden weiterhin zur Verfügung.

Nachnutzung des Areals

Wie geht es nun weiter am Standort? Zunächst sollen die Maschinen der Spinnerei verkauft werden. Über eine Nachnutzung des rund 40.000 Quadratmeter großen Areals gebe es aber noch keine konkreten Überlegungen, weil man bis zuletzt auf eine Weiterführung des Betriebs gehofft habe, sagt Kreuzer. Das bestehende Kraftwerk werde jedenfalls weitergeführt. Hier wird nach wie vor Strom erzeugt. Eine Projektentwicklung für das Areal werde man zu Jahresbeginn starten. Auf dem Firmenareal könnte aufgrund der Größe somit ein völlig neues Quartier für den Feldkircher Ortsteil entstehen. Aktiv ist F.M. Hämmerle als Immobilienentwickler bereits in der Nachbarschaft. Südlich des Eurospars in Gisingen werden gerade 200 Wohnungen errichtet. Das erste Gebäude ist bereits im Bau.