Das Kasperle geht auf weihnachtliche Mission

Kultur / 23.12.2016 • 20:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Natürlich wird auch in Kasperhausen Weihnachten gefeiert. Foto: Spielboden
Natürlich wird auch in Kasperhausen Weihnachten gefeiert. Foto: Spielboden

Das weihnachtliche Kasperletheater am Spielboden Dornbirn hat eine langjährige Tradition.

Dornbirn. (VN-tag) Wenn die Räuber Unfug treiben, die Hexe nicht mehr richtig hexen kann oder der Drache sich mit den Zwergen streitet, ist das Kasperle natürlich zur Stelle. Der Seppl und die Gretl unterstützen ihn dabei ganz fest. Und natürlich brauchen sie auch wieder die Hilfe der Kinder.

Das Kasperle hat eine jahrhundertlange Tradition, nicht nur jedes Kind, auch jeder Erwachsene kennt es aus seiner eigenen Kindheit. Genau das sind die Beweggründe für die Dornbirner Pädagogen Angelika (58) und Hans Baur (65) sowie Hans Rinner (63), das Kasperletheater jeden Monat im Dornbirner Spielboden aufzuführen. „Die Idee dazu ist vor 15 Jahren entstanden, damals hat es am Spielboden noch kein Kinderprogramm gegeben“, erklärt Leiter Hans Baur. Längst ist das Kasperletheater am Spielboden ein großer Erfolg. Zu den Aufführungen kommen zwischen 150 und 200 Besucher, um nach dem Kasperle zu rufen und ihm zu helfen den Räuber zu fangen.

350 Besucher an Weihnachten

Zur Tradition gehören auch die Aufführungen am 24. Dezember, in denen das Kasperle mit seinen Freunden auf weihnachtliche Mission geschickt wird. Mittlerweile gehen an Weihnachten zwei Aufführungen über die Bühne, da der Andrang zu groß geworden ist. Bis zu 350 Besucher erwarten die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder. „Viele Väter kommen mit den Kindern, während das Christkind daheim den Baum schmückt“, erklärt Baur, der für den Inhalt der Stücke verantwortlich ist und in die Rolle des Kasperle schlüpft. Seine Gattin Angelika hat einst für ihre eigenen Kinder Spielpuppen gebastelt. Was diesen gefiel, bekommen nun seit Jahren auch andere Kinder zu Gesicht. „Alle Puppen, die am Spielboden zu sehen sind, sind handgemacht“, betont Baur. Auch die Bühnenbilder gestalten die Dorbirner in Eigenregie. Mittlerweile umfasst der Fundus der Theaterfreunde rund 120 verschiedene Puppen und insgesamt 60 Bühnenbilder. Alljährlich kommen neue Stücke und neue Puppen dazu.

„Jedes Kind kennt das Kasperle, für viele ist es eine Symbolfigur, zu der man aufblicken kann“, beschreibt der pensionierte Lehrer den Reiz des Puppentheaters. Das Besondere am Spielboden-Kasperletheater ist für die Macher vor allem der Bezug zur Mundart, denn das Kasperle und seine Freunde Gretl und Seppl unterhalten sich ausschließlich im Vorarlberger Dialekt. „Das ist uns ein besonderes Anliegen, von den Zuschauern gibt es diesbezüglich immer sehr positives Feedback.“ In der Rolle des Kasperle versucht Baur in erster Linie einen Bezug zum jungen Publikum herzustellen. „Das Kasperle kann zwar viel, braucht aber immer die Unterstützung der Kinder, wenn es ein Abenteuer lösen möchte. Kinder sind hier ein ganz wichtiger Bestandteil.“ Improvisieren gehört für Baur und sein Team deswegen dazu. „Man weiß nie, wie Kinder auf gewisse Situationen reagieren. Einmal hat der Räuber angekündigt, alle Christbäume zu stehlen, da war im Saal natürlich die Hölle los“, erzählt er heute mit einem Schmunzeln.

Für Jung und Alt

Dass sich auch Erwachsene amüsieren, ist Hans Baur und seinem Team ein besonderes Anliegen: „Wenn der Geißbock Mümmele oder der Räuber Ludescher auf der Bühne ihr Unwesen treiben, wissen die Erwachsenen genau, von wem die Rede ist.“

Jedes Kind kennt das Kasperle, für viele ist es eine Symbolfigur, zu der man aufblicken kann.

Hans Baur

Weihnachtliches Kasperletheater im Spielboden Dornbirn. Heute, 24. Dezember um 14 Uhr und 15.30 Uhr. www.spielboden.at