Etwas Licht in dunklen Tagen

Vorarlberg / 23.12.2016 • 19:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Helga und Dietmar Smrekar sind guter Dinge. Sohn Bernhard geht es deutlich besser.
Helga und Dietmar Smrekar sind guter Dinge. Sohn Bernhard geht es deutlich besser.

„Ma hilft“-Team besuchte Menschen, die es im zu Ende gehenden Jahr unterstützte.

Schwarzach. Weit über 200.000 Euro – die endgültige Jahresbilanz für 2016 steht noch aus – haben VN-Leser und andere Vorarlberger für „Ma hilft“ gespendet. Ein großartiges Zeichen der Solidarität mit unserer Sozialaktion. Damit konnten wir vielen Menschen in Not helfen. Für die meisten von ihnen kam die Hilfe still, aber schnell und unbürokratisch. Über einige Fälle durften wir berichten. Kurz vor Jahresende haben wir die betroffenen Menschen besucht.

Pauls Heimkehr

In Koblach hadert die Familie Bachmeier mit ihrem Schicksal. Ihre zwei kleinen Kinder sind gesundheitlich schwer angeschlagen. Die dreijährige Marlene ist seit einer Hirnhautentzündung schwer behindert, der vier Monate alte Sohn Paul kam mit einem dramatischen Herzproblem auf die Welt. Ausgerechnet am Tag des „Ma hilft“-Besuches warteten die Bachmeiers sehnlichst auf die Ankunft ihres Paul, der seit seiner Geburt noch nie zu Hause war und in einem Spezialkrankenhaus in Linz behandelt werden musste. „Wir freuen uns so sehr“, drückt Markus Bachmeier seine Gefühlslage aus.

Ein großer Tag, der zudem mit Mama Claudias 34. Geburtstag zusammenfiel. „Ma hilft“ konnte den Bachmeiers mit der Finanzierung eines Spezial-Kinderwagens und einer Sonderanfertigung für einen Kindersitz helfen. „Für uns wird Weihnachten heuer wunderschön“, strahlt Claudia Bachmeier.

Weihnachten bei Gerhard

In Nenzing bei den Biedermanns ist Weihnachten heuer schwer zu ertragen. Verständlich. Denn was der so liebevollen Familie heuer im Sommer widerfuhr, war ein Albtraum. Gatte und Vater Gerhard wurde zum Opfer des Amokschützen von Nenzing. Ein Schuss traf den 54-Jährigen in den Hals und machte ihn vom Kopf abwärts gelähmt. Noch immer liegt er in der Reha-Klinik Murnau in Bayern und kämpft sich dort mühevoll und in kleinsten Schritten zurück in ein Leben, das nie mehr normal sein wird können. „Wir fahren zwei Tage zu Gerhard nach Murnau und feiern dort mit ihm Weihnachten“, sagt Gattin Alexandra. Sie nehmen einen kleinen Christbaum für ihn mit und die Hoffnung, dass er bald nach Nenzing überstellt werden kann. „Ma hilft“ wird Gerhard einen Spezialcomputer finanzieren, der ihm mit seinen Sonderfunktionen ein Stück Selbstständigkeit zurückgeben soll. „Wir wissen nicht, was sonst noch alles auf uns zukommen wird. Aber wir sind froh, dass uns ‚Ma hilft‘ in dieser schweren Zeit unterstützt“, sagt Alexandra Biedermann.

Gut, dass es Dilara gibt

Ein paar Kilometer nördlich von Nenzing, in Frastanz: Auch die Familie Nesensohn stellt sich auf Weihnachten ein. Der Wohnraum ist festlich dekoriert. Darüber freut sich vor allem die achtjährige Dilara. Sie ist ein Segen für die Nesensohns, gerade in Zeiten wie diesen. Das Mädchen bringt eine willkommene Leichtigkeit in die Stube. Schwer lastet dort nämlich immer noch die Tragödie vom November 2015 auf den Seelen der Familienmitglieder. Der Mord an ihrer Stephanie, die hochschwanger ihr Leben lassen musste. „Es ist noch lange nicht vorbei“, sagt Mutter Daniela Nesensohn. „Es wird niemals wirklich vorbei sein.“ Die Nesensohns hoffen, dass der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder bald über die Bühne geht. „Erst danach wird es vielleicht etwas leichter“, hofft Mama Daniela.

Der Besuch des „Ma hilft“-Teams freut die Nesensohns trotzdem. Ein bisschen Small Talk, ein klein wenig lächeln, das Wissen um die Unterstützung durch die VN-Sozialaktion – all das macht die Situation wenigstens ein bisschen erträglicher.

Ein fröhliches Haus

In Hittisau ist das Lächeln bei der Familie Smrekar wieder viel stärker präsent. Sohn Bernhard (31), der nach einer schweren Gehirnblutung mitten aus seinem bunten Leben gerissen wurde, geht es um einiges besser. Er kann zum Teil schon wieder selbstständig trinken, einige Wörter artikulieren, er zeigt Mimik und Gestik, macht auf die Umwelt einen wachen Eindruck. „Ja, wir können deutliche Fortschritte registrieren“, freut sich Papa Dietmar. „Auch wenn alles nur in kleinen Schritten geschieht.“ „Ma hilft“ hat Bernhard einen Spezial-Hometrainer finanziert. Eine gelungene Investition. Dietmar Smrekar: „Jetzt ist das Problem mit der Hüfte praktisch weg. Das Gerät hat ihm viel gebracht. Danke.“

„Ma hilft“ verlässt am frühen Abend ein fröhliches Haus. Ein schönes Gefühl.

VN-Koordinatorin Marlies Müller, Markus Bachmeier und „Ma hilft“-Vizeobmann Klaus Hämmerle (v. l.) freuen sich mit der kleinen Marlene.  Fotos: Dietmar Stiplovsek
VN-Koordinatorin Marlies Müller, Markus Bachmeier und „Ma hilft“-Vizeobmann Klaus Hämmerle (v. l.) freuen sich mit der kleinen Marlene. Fotos: Dietmar Stiplovsek