Karg, aber sehr begehrt

Kultur / 23.12.2016 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ansicht der Ruine Blumenegg oberhalb von Thüringen von Johanna Isser von Gaudententhurn, um 1825. Foto: Landesarchiv
Ansicht der Ruine Blumenegg oberhalb von Thüringen von Johanna Isser von Gaudententhurn, um 1825. Foto: Landesarchiv

Gerade weil nicht mehr viel da ist, ist es gut, Vorarlberger Burgen, in handlichem Format zu erläutern.

Sachbuch. (VN-cd) Wahrnehmung und Fakten klaffen oft sehr auseinander. Gemessen am – unter anderen in Vereinen gebündelten – Interesse an Burgen bzw. Burgruinen wäre davon auszugehen, dass sie in Vorarlberg noch zahlreich vorhanden oder wahre Fundgruben für historische Gegenstände sind. Mit der Annahme räumt Univ.-Prof. Alois Niederstätter, Direktor des Landesarchivs, gleich einmal auf. Ein handliches Burgenbuch vorgelegt zu haben, ist somit nicht nur für Zeitgenossen, die sich rasch Klarheit verschaffen wollen, äußerst hilfreich, bietet das Werk doch sowohl einen Überblick als auch Einblick in interessante Details und es enthält auch aktuelle Untersuchungsergebnisse.

Das Buch „Die Vorarlberger Burgen“ kann, abgesehen von allen Wissbegierigen, auch Naturliebhabern und Wanderern empfohlen werden; den Wunsch, das eine oder andere Gemäuer bei der Erstellung der Ausflugsroute zu berücksichtigen, dürfte Niederstätter nebenbei befeuert haben. Abgesehen davon haben auch Kulturschaffende jüngst die Meldung vernommen, dass im Areal der Ruine Blumenegg weitere Teile des Gebäudes entdeckt wurden, was einerseits zur Verschiebung der Nutzung des Ortes für Veranstaltungen führt und andererseits beweist, dass wenig, aber doch immer wieder etwas Verborgenes ans Licht kommt. Auch das mag vor allem Hobby-Historiker auf den Plan rufen, die dahingehend Wertvolles leisten, dass sie die Relikte vor weiterem Verfall bewahren.

32 Burgen bzw. deren Reste lassen sich in Vorarlberg nachweisen, womit das Land, so Niederstätter, „burgenkarg“ ist. So viel Schutz, wie man ihnen oft zuschreibt, haben sie nicht grundsätzlich geboten, zum Architekturland Vorarlberg gehören aber auch diese mittelalterlichen Bauten. Auch das ist bestens berücksichtigt.

Ansicht der Ruine Blumenegg oberhalb von Thüringen von Johanna Isser von Gaudententhurn, um 1825. Foto: Landesarchiv
Ansicht der Ruine Blumenegg oberhalb von Thüringen von Johanna Isser von Gaudententhurn, um 1825. Foto: Landesarchiv

Alois Niederstätter: „Die Vorarlberger Burgen“, Universitätsverlag, 208 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.