Übergang-Parlament mit Vorarlberger Fassade

Politik / 23.12.2016 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Konzept für die Fassaden der Büropavillons des Parlaments am Heldenplatz.  Parlamentsdirektion/Sägenvier
Konzept für die Fassaden der Büropavillons des Parlaments am Heldenplatz.  Parlamentsdirektion/Sägenvier

Grafikdesignbüro Sägenvier will aus dem Heldenplatz „Platz der Demokratie“ machen.

Wien. (VN-ebi) Das Parlament in Wien wechselt seinen Standort. Für drei Jahre wird der Betrieb von der Ringstraße auf den Heldenplatz wandern. Im Sommer 2017 beginnt der Umzug in die vorübergehenden Pavillons, welche derzeit vor der Nationalbibliothek und im Bibliothekshof der Hofburg wachsen. Eine Sonnen- und Sichtschutzfolie wird die Fassade des neuen Orts der politischen Entscheidungen ummanteln. Ein Dornbirner Grafikdesignbüro gestaltet die besagte Folie.

Auszüge aus der Bundesverfassung, der Kinderrechtskonvention und der Grundrechte-Charta sollen darauf Platz finden und die Besucher daran erinnern, „wofür in diesem Gebäude, an diesem Platz der Demokratie gearbeitet wird“, sagt Sägenvier-Geschäftsführer Sigi Ramoser. „Wir wollen mit unserem Konzept widerspiegeln, dass wir ein freies Land sind, wertvolle Rechte, aber auch Verpflichtungen haben.“

Zurückhaltung und Eleganz

Ramosers Grafikdesignbüro hat sich mit dieser Idee gegen drei weitere Agenturen durchgesetzt. Sein zurückhaltender Entwurf betone den zeitlich befristeten Charakter der neuen Bürohäuser. Das Konzept habe durch schlichte Eleganz überzeugt und setze auf das Wort als zentrales Element der Gesetzgebung, heißt es in der Aussendung der Parlamentsdirektion.

300 Arbeitsstunden von sieben Personen seien in den Designentwurf geflossen, sagt Ramoser. Das Vorarlberger Unternehmen nennt das Projekt „Demokratie erwachsen“, weil die Texte auf der Fassade über die Jahre erweitert werden sollen. Das ist möglich, weil die Sicht- und Sonnenschutzfolie bis 2020 wegen Verschmutzungen zwei Mal ausgetauscht werden muss. Mit jedem Folienwechsel sollen weitere Sätze aus der Kinderrechtskonvention, der Jugendcharta sowie der Menschen- und Grundrechte folgen.

„Wir sehen in diesem Auftrag eine ebenso große Auszeichnung wie Herausforderung“, sagt Sägenvier-Chef Ramoser. Gerade in einer Zeit, in der sich die Demokratiekritik manifestiere, sei die Gestaltung der Pavillonfassaden eine Chance, an die Freiheiten und Werte in Österreich zu erinnern. „Es ist ein klarer Auftrag für die Demokratie“, meint Ramoser.