Zum Gedenken

Vorarlberg / 23.12.2016 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Prof. Josef Hofer

Götzis. Josef Hofer, geb. 1927, war ein vielseitig begabter Künstler und Gebrauchsgrafiker. Zahllose Auszeichnungen begleiten seine gewerbliche Arbeit. Plakate, Verpackungen, Etiketten und Labels, manche, wie das Huber-Logo bestehen bis heute, sind Ausdruck seiner exzellenten grafischen Arbeit.

Das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg übernahm 1994 das berufliche Gesamtwerk Hofers mit über 300 Plakat­entwürfen und sichert seit damals diesen wertvollen Bestand. Weniger bekannt ist Hofers filmisches Werk, mit dem er dreimal auf der Filmweltmeisterschaft vertreten war.

Dieser Teil seines Werkes wurde vom österreichischen Filmarchiv digitalisiert und wird so langfristig erhalten. Neben dem beruflichen und filmischen Werk Josef Hofers steht sein umfangreiches künstlerisches Arbeiten. Sgraffiti im öffentlichen und kirchlichen Raum, bekannt ist vor allem seine Darstellung in der Apsis der Kirche St. Ulrich in Götzis (heute verdeckt, aber erhalten), stehen stellvertretend für sein gestalterisches Können.

Eine besondere Leidenschaft galt dem Holzschnitt. Figürlichen Themen widmete er sich ebenso wie der Umgebung und den Wahrzeichen seiner Heimat. Auch den Landschaften der Toskana, einer seiner liebsten Aufenthaltsorte, galt sein künstlerisches Augenmerk.

Die Strukturen und Formen, die er sah, setzte er in einer auf das Wesentliche reduzierten Bildsprache um. Der vielleicht radikalsten Schaffensperiode Anfang der 1970er-Jahre entstammt eine Serie von großartigen Baumbildern.

1995 wurde Josef Hofer angesichts seines außerordentlichen Lebenswerks vom Bundespräsidenten der Titel Professor verliehen. Josef Hofer war auch in der Pfarrgemeinde aktiv, wo er über Jahrzehnte den „Kontakt“, die Informationsschrift der Pfarre Götzis gestaltete. Er hat die grafische Welt der Werbung in Vorarlberg mitgeprägt.

Sein künstlerisches Werk ist unverwechselbar und vieles davon zeitlos in seiner Qualität.

Auch wenn die Erinnerung an den Menschen weniger wird, wird seine Arbeit noch lange überzeugen.