Eine neue Schule für 140 Kinder

Vorarlberg / 26.12.2016 • 20:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schulbildung ist das A und O für die Zukunft der Kinder in Äthiopien.
Schulbildung ist das A und O für die Zukunft der Kinder in Äthiopien.

Statt Urlaub zu machen, unterstützen Vorarlberger das Hilfsprojekt „Schulhausbau in Äthiopien“.

bregenz. (VN-hrj) „Wir möchten Kindern in Äthiopien die Möglichkeit geben, eine Schule zu besuchen“, sagt Hugo Waldner. Der 73-jährige Pensionist und seine Frau Eveline (62) aus Bregenz sind vor etwa einem Jahr zu einer Gruppe Vorarlberger gestoßen, die, statt Urlaub zu machen, am Bau einer Schule in Afrika mitwirken.

Es war ein Tag im Herbst 2015, als Eveline Waldner einen Nachbarn auf der Straße traf und mit ihm übers Reisen in ferne Länder plauderte. „Der Nachbar erwähnte, er könne wegen eines Herzleidens nicht mehr nach Äthiopien fliegen und müsse deshalb aus einem Hilfsprojekt aussteigen, das ihm sehr am Herzen liege“, erzählt Eveline. Interessiert habe sie nachgehakt und erfahren, dass es sich dabei um die private Aktion „Schulhausbau in Äthiopien“ handelt, die von einem Bregenzer namens Adolf Hölzsauer initiiert und geleitet wird.

Der 75-jährige pensionierte Mechaniker Hölzlsauer ist seit mehr als zehn Jahren in Äthiopien im Einsatz. In dieser Zeit hat er dort einige Brunnen gebaut, jetzt ist eine Schule in der entlegenen Ortschaft Bore in der Region Oromia im Entstehen. Zudem organsiert Hölzlsauer die Reisen mit den freiwilligen Helfern zu den Einsatzorten. „Jeder Mitreisende kommt für seine Kosten selber auf“, stellt er klar. „Jeder gespendete Euro fließt in das Hilfsprojekt.“ Verwaltungskosten gebe es keine. Vor Ort in Äthiopien arbeitet Hölzlsauer mit ADRA, der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, zusammen. Er wird übrigens immer von seiner Frau Sonja begleitet. Die 69-jährige Schneiderin hat von Anfang an die Hilfsprojekte mitbetreut.

Alle packten kräftig an

Nach dem Gespräch mit dem Nachbarn beschlossen die Waldners, dessen Part zu übernehmen. Im Jänner dieses Jahres machten sie sich mit zwölf anderen Freiwilligen nach Äthiopien auf.

Zwei Wochen werkten die Vorarlberger am Bau der neuen Schule für die Kinder von Bore. Alle packten kräftig an und unterstützten die einheimischen Bauarbeiter. „Außerdem hat jeder Helfer einen Baukostenzuschuss in Höhe von 500 Euro bezahlt“, informiert Hölzlsauer. Dadurch flossen 7000 Euro in das Baubudget. Das war allerdings nicht genug. Noch vor Antritt der Reise musste mehr Geld aufgetrieben werden. „Wir konnten unter anderem durch Diavorträge über den Einsatz in Äthiopien Spenden lukrieren“, berichtet Hugo Waldner.

Am Tag der Heimreise waren alle Außen- und Innenwände hochgezogen, nur noch das Dach fehlte. Inzwischen ist das mit vier Klassen und einem Toilettenraum ausgestattete Schulgebäude fertiggebaut. Im September wurde es seiner Bestimmung übergeben. Jetzt werden dort an die 140 Kinder unterrichtet. Der Abschied sei ihr schwergefallen, bekennt Eveline Waldner. „Die vielen Eindrücke, die ich in den zwei Wochen gesammelt habe, und die warmherzigen Menschen dort haben mich sehr berührt.“

Wieder daheim, habe sie der Vergleich zwischen der in Äthiopien herrschenden Armut und dem Luxus, der hierzulande zur Verfügung steht, „sehr nachdenklich gestimmt. Ich bin bei der nächsten Reise auf jeden Fall wieder dabei.“ Auch ihr Mann Hugo war von dem Hilfseinsatz so beeindruckt, dass er entschieden hat weiterzumachen. „Es gibt dort noch viel zu tun“, resümiert er. „Besonders in Sachen Schulbildung. Sie ist das A und O für die Zukunft der Kinder.“ Durch Investition in Bildung könne der Kreislauf der Armut in Äthiopien durchbrochen werden. „Und das nachhaltig.“

Projektleiter Hölzlsauer stellt klar, er werde die Hilfsaktion weiterbetreuen, solange er gesundheitlich dazu in der Lage sei. Es gebe auch schon ein neues Projekt: „Wir bauen eine Bibliothek in der Stadt Durame.“ 

Durch Investition in Bildung kann der Kreislauf der Armut in Äthiopien durchbrochen werden.

Hugo Waldner
Der Leiter des Hilfsprojekts, Adolf Hölzlsauer (l.), hat selber kräftig beim Bau der Schule mit angepackt. 
Der Leiter des Hilfsprojekts, Adolf Hölzlsauer (l.), hat selber kräftig beim Bau der Schule mit angepackt. 

Schulbau in Äthiopien

» Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Analphabeten-Quote liegt bei ca. 60 Prozent.

» Durch den Bau von Schulen wird Kindern Bildung und damit eine aussichtsreiche Zukunft ermöglicht.

» Das Hilfsprojekt „Schulhausbau in Äthiopien“ wird mittels Crowdfunding über die Plattform „Mit.Einander für Vorarlberg“ finanziell unterstützt.

» Info:  https://mit.einander.at