Jagd auf Gebrüder Prevc

Sport / 26.12.2016 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefan Kraft will sich den Gesamtsieg auf der Vierschanzentournee wieder zurückholen. Foto: gepa
Stefan Kraft will sich den Gesamtsieg auf der Vierschanzentournee wieder zurückholen. Foto: gepa

Österreichs Flieger-Asse wollen bei der Vierschanzentournee vorne mitmischen.

wien. Michael Hayböck hat mit einem Sieg bei der Generalprobe zur Vierschanzentournee rechtzeitig vor dem ersten Saisonhöhepunkt zu Stefan Kraft aufgeschlossen, das ÖSV-Erfolgsduo nimmt bei der 65. Auflage ab 30. Dezember erneut Spitzenplätze in der Gesamtwertung ins Visier. „Mein großes Ziel ist es, noch vorne gut dabei zu sein, wenn wir nach Österreich kommen“, sagte Hayböck. Der Oberösterreicher war bei der vergangenen Auflage Dritter und davor 2014/15 hinter Kraft Zweiter. Zu Beginn der laufenden Saison hatten ihn Rückenprobleme gebremst. Den raschen Aufschwung nach Abklingen der Beschwerden verdanke er auch dem starken Team, das durch Kraft (dreimal), Andreas Kofler und Manuel Fettner jeweils dritte Ränge erreicht hatte, sagte Hayböck. „Die Leistungen der anderen haben mich bestärkt. Ich habe vom Training her gewusst: Das kann ich auch. Das war sehr wichtig.“

Gutes Omen

Beim Auftaktbewerb in Oberstdorf hatte Hayböck zuletzt zweimal den zweiten Rang erreicht und den Grundstein für den Gesamt-Podestplatz gelegt. Ähnliches will der Team-Olympiazweite von 2014 auch diesmal schaffen. Auf seiner Tournee-Lieblingsschanze in Bischofshofen hat der 25-Jährige einen seiner bisher fünf Weltcupsiege gefeiert, auf dem Innsbrucker Bergisel hält er den offiziellen Rekord.

Als Favorit will sich Hayböck trotz des Erfolgs in der Schweiz aber nicht bezeichnen lassen. „Andere sind beständiger gesprungen. Aber ich habe schon gewonnen, das gibt Selbstvertrauen.“

Selbstsicher

Zimmerkollege Stefan Kraft hat das Gefühl des Tourneesieges in seiner engeren Heimat in Bischofshofen schon auskosten dürfen. Der Pongauer hat vor zwei Jahren den siebten ÖSV-Gesamterfolg in Serie fixiert. Vor seiner vierten Tournee gibt sich der 23-Jährige selbstsicher. „Ich denke schon, dass mit mir zu rechnen sein wird. Sicher wünscht man sich, dass man ganz oben steht, das ist das erklärte große Ziel“, sagte Kraft.

Er war als einziger Skispringer in allen bisherigen sieben Weltcupbewerben in den Top Ten platziert und ist hinter Domen Prevc (SLO) und Daniel Andre Tande (NOR) Gesamt-Dritter. „Ich freue mich riesig auf die Tournee. Ich habe alles beisammen und bin genau in der richtigen Ausgangsposition, wie ich es mir gewünscht habe.“

Phänomen Prevc

Als Überraschung der Saison nannten beide Asse die Brüder Prevc. Peter, weil er mittlerweile im Tief ist, und seinen Bruder Domen. „Domen ist ein Phänomen. Er ist sehr jung, weiß nicht, was um ihn herum geschieht, und springt mit einem unkonventionellen Stil. Es wird spannend, wie lange er das durchhält“, so Hayböck. Peter Prevc könne schon im Training vor dem Tourneebeginn wieder den Anschluss finden. „Er hatte einen Fehler drinnen, aber es kann rasch klick machen.“

Ski nordisch

Programm der 65. Vierschanzen-tournee

Oberstdorf
Qualifikation 29. Dezember, 16.45 Uhr

Eröffnungsbewerb 30. Dezember, 16.45 Uhr

Garmisch-Partenkirchen

Qualifikation 31. Dezember, 16.45 Uhr

Neujahrsspringen 1. Jänner 2017, 14 Uhr

Innsbruck

Qualifikation 3. Jänner 2017, 14 Uhr

Bergiselspringen 4. Jänner 2017, 14 Uhr

Bischofshofen

Qualifikation 5. Jänner 2017, 16.45 Uhr

Finalspringen 6. Jänner 2017, 16.45 Uhr

Siegerliste

2015/16 Peter Prevc (Slo)

2014/15 Stefan Kraft (Aut)

2013/14 Thomas Diethart (Aut)

2012/13 Gregor Schlierenzauer (Aut)

2011/12 Gregor Schlierenzauer (Aut)

2010/11 Thomas Morgenstern (Aut)

2009/10 Andreas Kofler (Aut)

2008/09 Wolfgang Loitzl (Aut)

2007/08 Janne Ahonen (Fin)

2006/07 Anders Jacobsen (Nor)

2005/06 Janne Ahonen/Jakub Janda

Gesamtsiege

5 Janne Ahonen (Fin) 1998/99, 2002/03, 2004/05, 2005/06, 2007/08