Zehn Jahre Einsatz für Tiere in Not

Vorarlberg / 26.12.2016 • 18:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Als Begegnungszentrum für Mensch und Tier soll Gut Bozenau Ethik im Umgang mit Tieren vermitteln. Foto: VN/paulitsch
Als Begegnungszentrum für Mensch und Tier soll Gut Bozenau Ethik im Umgang mit Tieren vermitteln. Foto: VN/paulitsch

Tierhilfe Vorarlberg zieht Bilanz 2016. Verein feierte zehnjähriges Jubiläum.

doren. (VN-hrj) Für die Tierhilfe Vorarlberg geht ein Jubiläumsjahr zu Ende. Der Verein hat 2016 sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. „Seit der Gründung im Jahr 2006 hat der Verein sehr vielen Tieren in Not geholfen und mit Gut Bozenau eine Heimat für sie aufgebaut, in der die Tiere bis zu ihrem Lebensende bleiben können“, fasst Rudi Längle zusammen. Der 56-jährige Jurist ist Obmann der Tierhilfe Vorarlberg und Leiter von Gut Bozenau.

Seniorenheim für Nutztiere

In diesem Tierseniorenheim in Doren residieren großteils Nutztiere, die von ihren Besitzern nicht mehr gehalten werden können oder wollen, die Misshandlungen ausgesetzt waren oder getötet werden sollten. „Auch ein Tier, das keine Leistung mehr bringt, hat das Recht auf Leben“, sagt Längle mit Überzeugung. Zurzeit betreut er auf Gut Bozenau an die 100 Nutztiere, darunter Pferde, Esel, Kühe, Ziegen, Schafe, Hängebauchschweine und einen Ochsen.

„Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Übernahme des landwirtschaftlichen Anwesens“, informiert Längle. Durch den Wechsel der Eigentümer seien jedoch rechtliche Schritte notwendig geworden, um, so Längle, „unser Kaufrecht umzusetzen“. Für den Erwerb von Gut Bozenau müssen rund 400.000 Euro aufgebracht werden. Weitere 100.000 Euro werden für die notwendige neue Überdachung des alten Stallgebäudes gebraucht.

Für diese Kaufaktion wurde 2015 die Spendenaktion „5 Euro pro Quadratmeter Tierheimat“ ins Leben gerufen. Diese ist laut Längle noch nicht abgeschlossen: „Hier bedarf es noch großer Unterstützung durch die Tierfreunde in Vorarlberg“, sagt Längle. Mit Hilfe der Tierfreunde könne zudem erreicht werden, Gut Bozenau als Bildungs- und Informationszentrum für Tierschutz weiter auszubauen. Dazu kommt, dass der Finanzbedarf, um die laufenden Kosten für die Versorgung und Betreuung der Tiere sicherzustellen, sich auf ca. 130.000 bis 140.000 Euro jährlich beläuft. „Da die öffentliche Hand die Tierschutzvereine insgesamt viel zu wenig fördert und solch ein Verein grundsätzlich nicht rein wirtschaftlich geführt werden kann – er ist ja kein Produktionsbetrieb – sind wir mehr denn je auf Spenden von Tierfreunden und Sponsoren sowie Förderungen durch die Landesregierung angewiesen“, resümiert der Tierhilfe-Obmann und kritisiert: „Unser letztjähriger Antrag auf Änderung der Förderrichtlinien dahingehend, dass die Landesregierung 33 Prozent der Gesamtkosten des laufenden Betriebs übernimmt, blieb bisher unberücksichtigt.“

Tierschützer nicht alleinlassen

Tierschutzland Nr. 1 zu werden, gelinge nur dann, „wenn die Tierschutzvereine mit ihren Anliegen nicht alleingelassen werden“, sagt Längle. „Nur aufs Ehrenamt zu pochen, ist zu wenig.“

Tierhilfe Vorarlberg

» Der 2006 gegründete Verein Tierhilfe Vorarlberg nimmt auf Gut Bozenau Tiere in Not auf und gibt ihnen bis an ihr Lebensende ein artgerechtes und würdiges Zuhause.

» Als Begegnungszentrum für Mensch und Tier soll Gut Bozenau Ethik im Umgang mit Tieren vermitteln.  

» Spendenkonto: Raiffeisenbank Hittisau, BIC: RVVGAT 2B435,
IBAN: AT 93 3743 5000 0004 7670