Actiongeladenes 3D-Abenteuer

Kultur / 27.12.2016 • 19:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hauptdarsteller Michael Fassbender fasziniert als Callum Lynch mit seiner starken Leinwandpräsenz.  Foto: AP
Hauptdarsteller Michael Fassbender fasziniert als Callum Lynch mit seiner starken Leinwandpräsenz. Foto: AP

Eine der erfolgreichsten Videospielreihen aller Zeiten „Assassin’s Creed“ wurde verfilmt.

Action. Er ist der Mann für die besonderen Rollen: Michael Fassbender wagte sich als Sexsüchtiger in „Shame“ an Tabugrenzen, kämpfte als Comic-Held in „X-Men“, verkörperte glaubwürdig das Computer-Genie Steve Jobs und vergoss viel Kunstblut in der wuchtigen Shakespeare-Adaption „Macbeth“. Aber auch in dem tränenreichen Drama „Between the Oceans“ war der 1977 in Heidelberg geborene und in Irland aufgewachsene Fassbender kürzlich zu sehen – obwohl die Kämpfertypen wohl eher die Domäne des Deutsch-Iren sein dürften.

Jetzt spielt der zwei Mal Oscar-nominierte Fassbender in der visuell ambitionierten Videospiel-Verfilmung „Assassin’s Creed“ den zum Tode verurteilten Mörder Callum Lynch. Der gerät in die Fänge einer obskuren Templer-Organisation und wird in einem Forschungslabor auf Zeitreisen zurück in das Andalusien um 1490 geschickt: Der finstere Generaldirektor Alan Rikkin (Jeremy Irons) lässt sein Versuchsobjekt Lynch mittels einer DNA-Erinnerungs-Technologie die Abenteuer seines Vorfahren Aguilar im Spanien des 15. Jahrhunderts erleben. Rikkin und seiner ehrgeizigen Tochter Sophia (Marion Cotillard) geht es darum, den „Apfel Edens“ zu finden, um damit die Willensfreiheit des Menschen zu steuern.

Regisseur Justin Kurzel hat viel reingepackt in dieses 3D-Abenteuer, das visuell packend daherkommt. Dass die Charaktere aus der Videospiel-Serie flach wie ein Computerbildschirm bleiben, kann man dem Film kaum vorwerfen. Auf Konflikte und Charaktere von Shakespearschen Dimensionen hofft man hier vergebens. Aber die Besetzung ist durchaus ansehnlich. Jeremy Irons verkörpert überzeugend die graue Eminenz im Hintergrund, ein skrupelloser Wissenschaftler, der für seine finsteren Ziele über Leichen geht. Oscar-Preisträgerin Cotillard spielt die ehrgeizige Tochter, die aber noch Restspuren von Moral in sich trägt.

Schließlich ist es wieder Michael Fassbender, der mit seiner starken Leinwandpräsenz fasziniert. Selbst im Korsett dieser eindimensionalen Videospiel-Verfilmung gelingt es ihm, eine zutiefst zerrissene Figur glaubhaft darzustellen.

Vorlage für den martialischen Action-Film ist das erfolgreiche Videospiel „Assassin’s Creed“.
Vorlage für den martialischen Action-Film ist das erfolgreiche Videospiel „Assassin’s Creed“.

Filminfos

» Regie: Justin Kurzel 
» Hauptdarsteller: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Michael Kenneth Williams, Brendan Gleeson

» läuft aktuell in den Kinos