Altachs Neuer ist kein Zampano

Sport / 27.12.2016 • 22:17 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der erste Kontakt mit dem „besten Rasen der Liga“: Martin Scherb ist da und nun auch offiziell als Trainer des Cashpoint SCR Altach vorgestellt. Foto: VN-Stiplovsek
Der erste Kontakt mit dem „besten Rasen der Liga“: Martin Scherb ist da und nun auch offiziell als Trainer des Cashpoint SCR Altach vorgestellt. Foto: VN-Stiplovsek

Martin Scherb will mit klaren Ansagen die Entwicklung beim SCR Altach vorantreiben.

Altach. Er ist wahrlich kein Unbekannter im österreichischen Fußball, auch wenn sein letztes Spiel als hauptverantwortlicher Trainer – 30. August 2013 (1:4 gegen Liefering) – schon etwas zurückliegt. Danach war Schluss für ihn in St. Pölten. Die offizielle Vorstellung in Altach ist für den 47-Jährigen, dessen Familie in Herzogenburg lebt, damit quasi ein Neustart. Zumindest sieht er sich nach drei Jahren als Experte bei Sky „gereift“ und in gewisser Hinsicht auch „gelassener“ geworden. Doch eines betont er auch: „Wenn man als Trainer den Tabellenführer kriegen kann, so nimmt man ihn sehr gerne.“ Normalerweise, so Scherb weiter, wird man als Trainer nur dann gefragt, wenn bei einem Tabellennachzügler eine Veränderung gefragt ist.

Freude auf Herausforderung

„Ich freue mich jedenfalls sehr, das Vertrauen ausgesprochen zu erhalten.“ Dieser, sein erster offizieller Satz in der Cashpoint-Arena, drückt sowohl seinen Respekt vor der Herausforderung als auch seinen großen Entwicklungswillen aus. Und so war für ihn klar: „Wenn Altach mich will, wird es von meiner Seite ein Ja geben.“ Auch, weil er sich in seiner Analyse absolut begeistert von der Mannschaft zeigt: „Sie ist körperlich in einer hervorragenden Verfassung. Sie hat eine mentale Stärke und sie zeigt eine taktische Variabilität, die dem Gegner und dem Spielstand geschuldet ist.“ Deshalb war es für Scherb in seinen ersten offiziellen Stunden beim Cashpoint SCR Altach wichtig, das persönliche Gespräch mit dem Trainerstab zu führen. Zumal er diesbezüglich eine „riesige Kompetenz“ sieht und sich persönlich in keinster Hinsicht als Zampano sieht. Ein prahlerisches Gebaren liegt dem Niederösterreicher nicht, vielmehr sieht er sich als Teamplayer, der die Ziele klar vorgibt. „Die Spieler von heute sind mündig und wollen auch gefordert werden.“

An große Veränderungen denkt Scherb dennoch nicht, vielmehr möchte er in den ersten Tagen vor allem als Beobachter fungieren. Das Gespräch suchen und erkennen, welche Themen die Mannschaft braucht, sieht er als seine vordringlichsten Aufgaben. Keine Zweifel lässt er dahingehend aufkommen, dass er in fachlicher als auch in sozialer Hinsicht der Aufgabe gewachsen ist. „Fußball“, so Scherb im Gespräch mit den VN, „ist noch immer elf gegen elf und das mit einem Ball. Es kann nicht das Ziel sein, den Fußball komplizierter zu machen.“ Allerdings, so der Altacher Headcoach weiter, sei es auch wichtig, der Mannschaft die richtigen Strategien mit auf den Platz zu geben.

Immer nahe am (Fuß-)Ball

Auf seine Vergangenheit als Trainer angesprochen, gibt Scherb heute gerne zu, zuweilen doch hin und wieder zu impulsiv gehandelt zu haben. Das habe er in seiner Zeit als TV-Experte abgelegt. Das „objektive Drüberschauen“ auf ein Match, die Souveränität – all das habe er in dieser Zeit gelernt. Er ist auch überzeugt, dass ihm das nun zugute kommen wird. War er doch all die Zeit sehr nahe am Fußball, ob als Referent in der Trainerausbildung oder als Gegner-Beobachter für den ÖFB.

Vorbereitung läuft

Den theoretischen Anzug hat Scherb nun mit seiner Unterschrift unter den bis Juni 2018 laufenden Vertrag abgelegt. Jetzt gilt es nicht nur, den im Herbst so erfolgreich beschrittenen Weg fortzuführen, sondern auch junge Spieler heranzuführen. Er geht davon aus, dass er dies mit jenem Personal in Angriff nimmt, das sich die Winterkrone aufgesetzt. Andererseits sei er nicht unvorbereitet, denn Scherb kennt das Fußballgeschäft. Deshalb hat er für den Fall, dass ein Spieler den Verein verlässt, vorgesorgt: „Wir sind vorbereitet.“

Ich habe Angst vor ganz wenigen Dingen, sicher nicht vor der Herausforderung in Altach.

Martin Scherb