Reichelt zurück auf dem Podest

Sport / 27.12.2016 • 22:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die lange Leidenszeit ist vorbei, Hannes Reichelt fuhr beim Super-G in Santa Caterina hinter Kjetil Jansrud aufs Siegerstockerl.  Foto: apa
Die lange Leidenszeit ist vorbei, Hannes Reichelt fuhr beim Super-G in Santa Caterina hinter Kjetil Jansrud aufs Siegerstockerl. Foto: apa

Kjetil Jansrud gewann den Super-G in Santa Caterina in Maier-Manier.

Santa Caterina. Hannes Reichelt darf das für ihn schwierig verlaufene Jahr 2016 mit einem Erfolgserlebnis abschließen. Der Salzburger schaffte es im Super-G von Santa Caterina als Zweiter auf das Podest. Der 36-Jährige musste sich nur Kjetil Jansrud geschlagen geben. Der Norweger holte im dritten Super-G in diesem Winter den dritten Sieg. Das ist vor ihm nur Hermann Maier gelungen.

Der Sieger war überrascht

Jansrud distanzierte Reichelt bei seinem 18. Weltcup-Erfolg um 0,60 Sekunden, Dritter wurde der Südtiroler Dominik Paris (+0,65 Sek.). Der zuletzt in der Abfahrt von Gröden erfolgreiche Max Franz landete als zweitbester ÖSV-Skifahrer mit schon über einer Sekunde Rückstand auf Platz fünf. Marcel Hirscher beendete das Rennen indes mit 3,43 Sekunden Rückstand gegenüber Jansrud nur auf Rang 47.

„Das ist ein schöner Tag für mich“, sagte Reichelt im Ziel. In Kitzbühel hatte der Routinier vor fast exakt elf Monaten (22. Jänner) ebenfalls im Super-G seinen zuvor letzten Podestplatz geholt. Am Tag darauf stürzte er im Abfahrts-Klassiker. Sein lädierter Rücken bereitete danach zudem Probleme. Erst im September unterzog sich Reichelt einer Operation an der Lendenwirbelsäule. „2016 war ein sehr turbulentes Jahr. Ich hoffe, dass das, was jetzt wieder wie ein Berg aussieht, ein Hochplateau ist für 2017“, meinte Reichelt. Schon in Gröden (Platz 9) habe er gesehen, dass nicht mehr viel auf das Podium fehlt. „Heute hatte ich auch ein wenig Glück. Es war ein brutal schwerer Super-G, aber das sind Sachen, die mir liegen“, sagte Reichelt, der mit Startnummer acht unmittelbar hinter Jansrud ins Rennen gegangen war.

Der Skandinavier überzeugte auf der Piste „Deborah Compagnoni“ mit einer starken Fahrt im oberen Teil und durfte sich am Ende verdientermaßen freuen. „Ich bin überrascht, eigentlich liegen mir die Bedingungen hier nicht so“, gestand Jansrud danach. Drei Siege im Super-G in den ersten drei Saisonrennen hatte bisher nur Hermann Maier geschafft. Der Salzburger holte 1997/98 gar vier Siege am Stück in seiner Lieblingsdisziplin.

„Eine ordentliche Tetschn“

Jansrud hält in der Super-G-Wertung nun beim Maximum von 300 Zählern. Im Gesamtweltcup verkürzte der Olympiasieger von Sotschi den Rückstand auf Hirscher auf 151 Punkte. Für den Salzburger endete der Bewerb mit einer herben Enttäuschung. „Fakt ist, es ist eine ordentliche Tetschn“, erklärte der Weltcup-Dominator im ORF. Er hatte das Training am Vortag ausgelassen. Erst spät war Hirscher per Helikopter angereist, nachdem er zu Weihnachten aufgrund einer Erkältung im Training kürzertreten hatte müssen. Den Super-G sah der Salzburger auch mehr als Einstimmung auf die Super-Kombination. „Aber auch für die Kombi war das viel zu wenig“, meinte ein selbstkritischer Hirscher.

Vor der Kombination steht heute (11.45 Uhr) noch eine Abfahrt auf dem Programm. Neben Reichelt machte im Hinblick auf den zweiten Speed-Bewerb auch Max Franz gute Figur. „Mit dem Platz bin ich sehr zufrieden. Die Fahrt war nicht so, wie ich mir vorgenommen habe“, sagte der Gröden-Sieger mit Blick auf das Klassement. Der Zeitrückstand von 1,24 Sekunden auf Jansrud irritierte. In der Abfahrt will Franz jedenfalls „das Hirn ein wenig ausschalten“.

Es war ein brutal schwerer Super-G, aber das liegt mir.

Hannes Reichelt
Kjetil Jansrud: dritter Sieg im dritten Super-G. Foto: gepa
Kjetil Jansrud: dritter Sieg im dritten Super-G. Foto: gepa

Ski alpin

Weltcup-Herren Super-G Santa Caterina

1. Kjetil Jansrud (NOR) 1:30,88

2. Hannes Reichelt (AUT) 1:31,48 +0,60

3. Dominik Paris (ITA) 1:31,53 +0,65

4. A. Aamodt Kilde (NOR) 1:31,87 +0,99

5. Max Franz (AUT) 1:32,12 +1,24

Josef Ferstl (GER) 1:32,12 +1,24

7. Mauro Caviezel (SUI) 1:32,29 +1,41

8. Thomas Biesemeyer (USA) 1:32,31 +1,43

9. Adrian Smiseth S.(NOR) 1:32,32 +1,44

10. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:32,33 +1,45

11. Beat Feuz (SUI) 1:32,39 +1,51

12. Andrew Weibrecht (USA) 1:32,42 +1,54

13. Erik Guay (CAN) 1:32,43 +1,55

. Bostjan Kline (SLO) 1:32,43 +1,55

15. Alexis Pinturault (FRA) 1:32,58 +1,70

16. Andreas Sander (GER) 1:32,60 +1,72

17. Luca de Aliprandini (ITA) 1:32,64 +1,76

18. Christof Innerhofer (ITA) 1:32,68 +1,80

19. Romed Baumann (AUT) 1:32,69 +1,81

20. Bryce Bennett (USA) 1:32,79 +1,91

21. Thomas Dressen (GER) 1:32,85 +1,97

22. Matthias Mayer (AUT) 1:32,86 +1,98

23. Dustin Cook (CAN) 1:32,96 +2,08

24. Travis Ganong (USA) 1:33,01 +2,13

25. Niels Hintermann (SUI) 1:33,09 +2,21

28. Christoph Krenn (AUT) 1:33,23 +2,35

31. Otmar Striedinger (AUT) 1:33,34 +2,46

37. Christian Walder (AUT) 1:33,68 +2,80

39. Christ. Neumayer (AUT) 1:33,70 +2,82

47. Marcel Hirscher (AUT) 1:34,31 +3,43

Ausgeschieden u.a.: Steven Nyman (USA), Jan Hudec (CZE), Victor Muffat-Jeandet (FRA), Carlo Janka (SUI), Patrick Küng (SUI), Brice Roger (FRA)