Der Krankheit getrotzt

Wetter / 28.12.2016 • 18:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wolfgang Hohenberger ließ sich vom Krebs nicht unterkriegen. Heute unterstützt er auch Kollegen mit Behinderung. Foto: vn/mm
Wolfgang Hohenberger ließ sich vom Krebs nicht unterkriegen. Heute unterstützt er auch Kollegen mit Behinderung. Foto: vn/mm

Wolfgang Hohenberger leitet eine Abteilung und kümmert sich um Behinderte.

hohenems. (VN-mm) Kehlkopfkrebs: Die Diagnose war ein Schock für Wolfgang Hohenberger. Aber sie warf ihn nicht aus der Bahn. Er hätte nach der Behandlung auch eine Berufsunfähigkeitspension beanspruchen können. Doch das wollte er ebenso wenig. „Mit 40 geht man nicht in Pension“, sagt er bestimmt. Außerdem brauche der Mensch eine Struktur im Leben. Die gibt ihm seine Arbeit im Landeskrankenhaus Hohenems, wo der Diplomkrankenpfleger seit zehn Jahren beschäftigt ist. Dort leitet Wolfgang Hohenberger nicht nur die Abteilung für Anästhesie-Pflege, sondern fungiert auch als Behindertenvertrauensperson. „Ein sperriges Wort“, merkt er mit einem Lächeln und heiserer Stimme an.

Unbefangener Umgang

Heiser: Für die meisten Leute ist er einfach heiser. Die Sprechkanüle, die er seit seiner Krebsoperation benötigt, versteckt sich diskret unter einem grün gemusterten Halstuch. Das Trachiostoma, wie der künstliche Luftröhrenausgang im Fachjargon heißt, wurde ihm im Landeskrankenhaus Feldkirch gesetzt. Wolfgang Hohenberger hat damit gut leben gelernt. Und das zeigt er auf ebenso offene wie sympathische Art. Sein eigener unbekümmerter Umgang mit dem Handicap macht es auch anderen einfach, unbefangen auf ihn zuzugehen. 

Wolfgang Hohenberger liebt das, was er tut. Insgesamt 15 Mitarbeiter mit Behinderung haben im Landeskrankenhaus Hohenems einen Arbeitsplatz gefunden. Ihr Wohlergehen liegt Hohenberger sehr am Herzen, wiewohl sich seine Einsätze als deren Vertrauensperson in Grenzen halten. Denn: „Die Kollegen sind hier wirklich gut integriert.“ Aber er hilft auch bei Behördengängen. Die, hat er festgestellt, können ganz schön intensiv sein.

Intensiv gestaltete sich auch sein bisheriges Leben. Nach Abschluss der Krankenpflegeschule verschlug es Wolfgang Hohenberger in die Intensivpflege. Kurz danach zog es den Hohenemser nach Großbritannien. „Ich liebe die englische Sprache“, erklärt sich, warum er sich zwei Jahre auf einer Intensivstation in Cambridge verdingte. Anschließend wollte er weiter nach Neuseeland, wo er ebenfalls schon einen Job hatte. Doch schwere gesundheitliche Probleme seiner Mutter bewogen ihn schließlich zur Rückkehr. Und wieder hat Hohenberger im LKH Hohenems beruflich Fuß gefasst. Als 2012 seine Krebserkrankung manifest wurde, räumte ihm der Dienstgeber genug Zeit zur Genesung ein. Der leidenschaftliche Koch dankt es mit leidenschaftlichem Einsatz.

Die Kollegen sind im LKH Hohenems wirklich gut integriert.

Wolfgang Hohenberger

Zur Person

Wolfgang Hohenberger

Geboren: 25. Juni 1971 in Dornbirn

Wohnort: Hohenems

Familienstand: ledig

Beruf: Diplomkrankenpfleger, Fachpfleger für Intensiv und Anästhesie

Hobbys: Gitarre spielen, Kochen („dabei entspanne ich komplett“)