Feuerwerkskörper richtig handhaben

Vorarlberg / 28.12.2016 • 22:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer am Samstag wieder Feuerwerkskörper steigen lässt, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein. Foto: VN/Hartinger
Wer am Samstag wieder Feuerwerkskörper steigen lässt, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein. Foto: VN/Hartinger

Beim Silvesterfeuerwerk gibt es einiges zu beachten, um Brände zu vermeiden.

Schwarzach. Raketen, Böller und Kracher werden in diesen Tagen wieder in den Vorarlberger Geschäften feilgeboten. Viele freuen sich darauf, nach dem Weihnachtsfest das Jahr mit einem ordentlichen Feuerwerk ausklingen zu lassen. Da bleiben die Warnungen von Polizei und Behörden nicht aus. In manchen Gemeinden ist das Ballern heuer wegen der Trockenheit gar ganz verboten. Die Polizei klärt zudem über die richtige Handhabung auf.

Raketen und Böller sind im Pyrotechnikgesetz geregelt, das sie in vier Kategorien einteilt. Vom Typ F1 sind Erzeugnisse mit eher harmlosen
Effekten wie Tischfeuerwerke, Feuerwerksscherzartikel, Traumsterne, Knallerbsen, Partyknaller und Wunderkerzen. Sie können schon ab 12 Jahren erworben werden. Ab 16 Jahren kann man sich Feuerwerke der Kategorie F2 kaufen. Zu denen gehören Silvesterraketen, Blitzknallkörper, Schweizerkracher, Knallfrösche, Sprungräder, Fontänen („Vulkane“) und Feuerräder.

Für stärkere Raketen vom Typ F3 ist schon ein Sachkundenachweis erforderlich und man muss mindestens 18 Jahre alt sein. Typ F4 ist nur etwas für Profis. Für diese Feuerwerkskörper, die nach dem Gesetz eine große Gefahr darstellen, braucht man Fachkenntnisse und einen Pyrotechnikausweis.

Ausnahme zu Silvester

Wenn man von handelsüblichen Böllern und Raketen spricht, ist also in der Regel der Typ F2 gemeint. Genau genommen ist dessen Verwendung im Ortsgebiet generell das Jahr über verboten. Der jeweilige Bürgermeister kann aber zu Silvester Teile des Ortsgebiets von diesem Verbot ausnehmen, wie die Polizei erläutert. Innerhalb oder in unmittelbarer Nähe einer Menschenansammlung dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 nicht verwendet werden.

Auch im Nahbereich von Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten ist die Verwendung von Pyrotechnik verboten. In geschlossenen Räumen dürfen nur Produkte der Kategorie F1 verwendet werden. Vereinzelt sind auch F2-Produkte für den Gebrauch im Haus geeignet – diese sind dann aber ausdrücklich dafür gekennzeichnet, klären die Beamten auf.

Die Bürgermeister von Dalaas und Bartholomäberg haben heuer bereits angekündigt, keine Feuerwerkskörper im Gemeindegebiet zuzulassen. Grund ist die anhaltende Trockenheit. Dass diese das Gefahrenpotenzial steigert, weiß auch Günther Watzenegger, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands. „Bartholomäberg liegt natürlich sehr exponiert, etwas anderes ist es im Rheintal, wo es viel Nebel hat“, sagt er. Er plädiert für die sachgerechte Handhabung der Böller und Raketen, um das Gefahrenpotenzial weiter zu mindern. In der Nähe von Altpapiersammelstellen sollte man aber auf ein Feuerwerk verzichten. Watzenegger stellt klar: „Im ganzen Land ist die Feuerwehr zu jeder Zeit einsatzbereit.“

Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler appelliert an die Eigenverantwortung der Feiernden. Zu Wald und Wiesen sollte man gerade wegen der Trockenheit Abstand einhalten – und auch Tiere nicht vergessen. „In der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben und Tierheimen sollte man auf das Feuerwerk verzichten. Das bedeutet Stress für die Tiere“, erklärt er und fügt an: „Natürlich ist jeder Böller, der nicht abgefeuert wird, ein Gewinn.“