Horrorjahr für das Great Barrier Reef in Australien

Welt / 28.12.2016 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen der bunten Unterwasserwelt ist das Great Barrier Reef in Australien bei Tauchern sehr beliebt. Foto: Reuters
Wegen der bunten Unterwasserwelt ist das Great Barrier Reef in Australien bei Tauchern sehr beliebt. Foto: Reuters

Das größte Korallenriff der Erde ist so bedroht wie nie zuvor. Schuld ist der Klimawandel.

Cairns. „Das Great Barrier Reef in Australien ist nach langer Krankheit 2016 gestorben. Es war 25 Millionen Jahre alt.“ Wie ein Nachruf auf eines der spektakulärsten Naturwunder hört sich der Text von Autor Rowan Jacobsen auf einem bekannten Wissenschaftsportal an. Natürlich ist es Polemik, aber Wissenschaftler schlagen nach der beispiellosen Korallenbleiche weiter Alarm.

Klimaphänomen El Niño

2016 war ein schlimmes Jahr für das Great Barrier Reef. Extrem hohe Wassertemperaturen, teils 33 Grad, haben besonders im nördlichen, bisher intaktesten Teil des 2300 Kilometer langen Riff-Systems mit unzähligen Korallenbänken verheerende Folgen gehabt. In einer 700 Quadratkilometer großen Region seien mehr als zwei Drittel der Korallen abgestorben. Es gab schon zwei Bleichen, 1998 und 2002, aber nichts von derartigem Ausmaß. Auslöser war das Klimaphänomen El Niño, das alle paar Jahre die Oberflächentemperaturen im Pazifik aufheizt.

„Die Korallen haben 400 Millionen Jahre Veränderungen auf dem Planeten überlebt, aber wenn jetzt nicht weltweit deutlich mehr gegen den Klimawandel getan wird, haben wir im Jahr 2100 höchstens noch hier und da ein paar Korallen, aber keine Riffe mehr“, sagte David Wachenfeld, der bei der Marineparkbehörde (GBRMPA) für die Wiederherstellung des Riffs verantwortlich ist.

Korallenriffe sind zwar auch eine Touristenattraktion und ein Wirtschaftsfaktor. Eine entscheidende Rolle haben Korallenriffe jedoch für den Lebensraum Meer. Sie sind die Kinderstube zahlreicher Fischarten. Wenn sich die kleinen Fische nicht mehr vor Raubfischen in den Korallen verstecken können, werden sie gefressen, bevor sie ausgewachsen sind und sich fortpflanzen. Die Folge: ein dramatischer Rückgang der weltweiten Fischbestände.

Noch sei Zeit die Korallenriffe zu schützen. Aber die Zeit laufe ziemlich schnell ab. In 20 Jahren könne es bereits zu spät sein.