Wintervögel ins Visier genommen

Vorarlberg / 28.12.2016 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Kleiber ist an seinem gelbbräunlichen Bauch erkennbar. 
Der Kleiber ist an seinem gelbbräunlichen Bauch erkennbar. 

Vom 6. bis 8. Jänner darf wieder gezählt werden. Vorarlberg rechnet mit einem Rückgang.

dornbirn (VN-mm) Sie kommt so sicher wie das neue Jahr: Schon jetzt rüsten Vogelfreunde im ganzen Land zur traditionellen Wintervogelzählung. Die „Stunde der Wintervögel“, wie die Aktion offiziell heißt, findet 2017 vom 6. bis 8. Jänner statt. Auch in Vorarlberg ist den Piepmätzen die Aufmerksamkeit sicher. So berichtet BirdLife-Landesobmann Hubert Salzgeber von zahlreichen Anrufern, die sich besorgt über das Ausbleiben von Spatz, Meise und Co. zeigen. Dass es aufgrund des schlechten Wetters im heurigen Frühjahr zu einem Rückgang von Vögeln an den Futterhäuschen kommen wird, ist für den Experten bereits klar. „Andererseits finden die Vögel jetzt noch genug Futter in der Natur“, verweist Salzgeber auf einen weiteren Grund für das Fernbleiben der gefiederten Gesellen in Siedlungsgebieten.

Der Spatz behauptet sich

Die Vogelzählung wird österreichweit durchgeführt. In Vorarlberg beteiligen sich im Durchschnitt rund 260 Personen an der Aktion. Die Summe der gezählten Vögel liegt deutlich über 8000. Der Star am Futterhäuschen ist nach wie vor der Haussperling, besser bekannt als Spatz. Der Erlenzeisig, der sich dank Zuzug aus dem Norden im Osten des Bundesgebietes ins Spitzenfeld katapultierte, kommt im Westen weniger zur Geltung. „Es sind auch heuer noch nicht viele da“, weiß Hubert Salzgeber aus eigenen Beobachtungen.

Das Ziel der Zählung ist, Erkenntnisse über das Vorkommen der häufigsten Wintervogelarten in Österreich zu bekommen, ihr Verhalten zu erforschen und damit auch zu ihrem Schutz beizutragen. Fragen dazu gibt es genug: Wie passen sie sich an die kalte und futterarme Jahreszeit an? Welche Vögel werden durch Winterfütterung gefördert, welche nicht? Gibt es jährliche Schwankungen im Auftreten einzelner Arten oder örtliche Verlagerungen? Wie wirken sich Wetterkapriolen oder Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir Bescheid wissen, desto besser können wir uns für die heimischen Vögel einsetzen“, erklärt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

Enger Zusammenhang

Wie sehr ein kaltes Frühjahr die Vogelpopulation treffen kann, zeigte sich bei der Zählung 2013. „Damals hatten wir einen starken Einbruch, weil das Frühjahr 2012 sehr verregnet und kühl und der Bruterfolg dadurch entsprechend gering war“, erläutert Hubert Salzgeber den engen Zusammenhang. In den Folgejahren erholte sich der Bestand aber wieder. Bis heuer. Wie sich die Situation tatsächlich darstellt, wird die „Stunde der Wintervögel“ zeigen. Eine besondere Qualifikation für die Teilnahme ist nicht erforderlich. Jeder kann mitmachen. Unterstützung für das Erkennen und richtige Zuordnen der wichtigsten Wintervögel bietet ein Info-Folder, der telefonisch unter der Hotline 01/5222228 angefordert werden kann und zum Download auf www.birdlife.at bereitsteht.

Die Blaumeise ist im wahrsten Sinne des Wortes ein bildhübscher Vogel und häufig vorkommend. Fotos: assil hannah
Die Blaumeise ist im wahrsten Sinne des Wortes ein bildhübscher Vogel und häufig vorkommend. Fotos: assil hannah