Andi Kofler im Frühlingsmodus

Sport / 29.12.2016 • 19:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Österreichs Springer-Routinier will bei der Tournee noch einmal zuschlagen.

Oberstdorf. 14 Jahre nach seinem Debüt nimmt Andreas Kofler als abgeklärter Sportler einmal mehr die Vierschanzentournee in Angriff. Der 32-Jährige war auf Höhenflügen und hat Tiefen durchtaucht. Nach zahlreichen Rückschlägen in den vergangenen Saisonen erlebt der Gesamtsieger von 2009/10 nun einen neuen Karriere-Frühling. Der dritte Rang von Engelberg war für ihn eine enorm wichtige Bestätigung.

Kofler ist bei der 65. Tournee als einziger Skispringer der Olympia-Siegerteams von 2006 und 2010 dabei, er war Olympia-Zweiter im Einzel 2006 (0,1 Punkte hinter Thomas Morgenstern) und Vize-Weltmeister 2011 (hinter Morgenstern). Sein zwölfter und bisher letzter Weltcupsieg (Engelberg 2012) liegt allerdings vier Jahre zurück.

Liebe zum Sport

Hartnäckige Formtiefs und Stürze bremsten Kofler seither immer wieder. Doch er ließ sich nicht unterkriegen, Gedanken an ein Karriere-Ende verwarf er. „Es hat schwarze Tage gegeben, da weiß man nicht, wie es weitergehen soll. Aber meine Liebe zum Sport ist so tief verankert. Wenn ich gesagt hätte, ich lasse es, dann würde mir etwas fehlen“, sagte der Tiroler.

Harter Kampf zurück

Nach zwei Wintern ohne großes

Erfolgserleb-

nis im Sport (kein Einsatz bei WM 2013, 2015 und Olympia 2014) schloss sich Kofler im Sommer der

zweiten ÖSV-Trai-

ningsgruppe unter

Florian

Liegl an. „Da habe ich mich neu entwickelt und andere Blickweisen kennengelernt“, erklärte Kofler in Oberstdorf. Er kämpfte sich ins Weltcupteam zurück und teilt nun mit einem seiner Trainingspartner, dem Tournee-Neuling Elias Tollinger, ein Zimmer. An seinen Tourneesieg 2009/10 habe er sehr schöne Erinnerungen, sagte Kofler, „abschneiden“ könne er sich davon aber nichts. „Es muss sich fügen bei der Tournee. Der Sieg damals ist auch entstanden“, betonte der Athlet aus Fulpmes.

Freude auf Tournee

Die gute Stimmung im Team („Das war nicht immer so“) hilft ihm auf dem Weg zurück, Kofler nimmt die Konkurrenz am Freitag in Oberstdorf (16.45 Uhr) optimistisch in Angriff. „Ich kann mich richtig auf die Tournee freuen, ich gehe gelassen rein“, sagte er.

Ein konkretes Ziel nannte der Tournee-Dritte von 2011/12 (nach den Tagesrängen 2, 2, 1 und 27) vor dem Auftakt jedoch nicht. „Das muss sich ergeben. Kleine Details machen viel aus, der Kopf spielt eine große Rolle. Wenn es sich auftut, kann es aber sehr schnell gehen.“

Komplettes ÖSV-Team dabei

In der Quali in Oberstdorf zeigte Kofler auch einen technisch starken Sprung auf 132 Meter. Damit belegte er den 11. Platz und wird heute im ersten Durchgang des Auftaktspringens auf den Kanadier Mackenzie Boyd-Clowes treffen. Auch die restlichen Flug-Asse aus dem ÖSV-Team zeigten starke Leistungen. Bester Österreicher wurde mit Platz vier Stefan

Kraft (151,1 Punkte/136

Meter), dicht gefolgt von Manuel Fettner (150,3 Punkte/136 Meter). Michael Hayböck platzierte sich punktgleich mit Vorjahres-Tourneesieger Peter Prevc auf Rang neun. Erfreulich: Das gesamte ÖSV-Team mit den Rookies Markus Schiffner (20.), Florian Altenburger (30.) und Elias Tollinger (47.) qualifizierte sich für das heutige Springen. Sieger der Qualifikation wurde der Norweger Daniel Andre Tande (157,5/139) vor dem Polen Kamil Stoch. Der Gesamtführende im Weltcup, Domen Prevc (Slo) erreichte Rang acht.

Kleine Details machen viel aus, der Kopf spielt dabei eine große Rolle. Es kann alles sehr schnell gehen.

andreas kofler

Ski nordisch

Vierschanzentournee 2016/17

Oberstdorf, Qualifikation

1. Daniel Andre Tande (Nor) 157,5 (139,0)

2. Kamil Stoch (Pol) 154,1 (137,5)

3. Stefan Kraft (Aut) 151,1 (136,0)

4. Manuel Fettner (Aut) 150,3 (136,0)

5. Maciej Kot (Pol) 146,2 (133,0)

6. Markus Eisenbichler (Ger) 146,1 (137,0)

7. Stephan Leyhe (Ger) 145,9 (132,5)

8. Domen Prevc (Slo) 145,5 (134,0)

9. Michael Hayböck (Aut) 144,8 (136,5)

Peter Prevc (Slo) 144,8 (132,5)

11. Andreas Kofler (Aut) 143,8 (132,0)

12. Jakub janda (Cze) 143,0 (132,5)

13. Andreas Wellinger (Ger) 141,7 (129,5)

14. Richard Freitag (Ger) 140,5 (130,5)

15. Piotr Zyla (Pol) 139,3 (128,5)

16. Denis Kornilov (Rus) 139,0 (132,0)

17. Daiki Ito (Jpn) 137,1 (128,0)

18. Vincent Descoimbes (Fra) 136,3 (127,5)

19. Severin Freund (Ger) 136,1 (126,5)

20. Markus Schiffner (Aut) 135,7 (129,5)

Cene Prevc (Slo) 135,7 (133,0)

22. Jurij Tepes (Slo) 135,3 (127,0)

23. Evgenij Klimov (Rus) 134,4 (127,0)

Andreas Wank (Ger) 134,4 (128,0)

25. Stefan Hula (Pol) 134,1 (126,0)

26. Andreas Stjernen (Nor) 133,0 (126,5)

27. Roman Koudelka (Cze) 132,0 (128,0)

28. Dawid Kubacki (Pol) 130,5 (125,5)

29. Simon Amman (Sui) 129,7 (128,5)

30. F. Altenburger (Aut) 128,6 (125,5)

47. Elias Tollinger (Aut) 116,6 (119,0)

Paarungen für 1. Durchgang in Oberstdorf im K.-o.-System:

Elias Tollinger (Aut) – Manuel Fettner (Aut)

Michael Hayböck (Aut) – R. Johansson (Nor)

Andreas Kofler (Aut) – M. Boyd-Clowes (Can)

F. Altenburger (Aut) – Markus Schiffner (Aut)

Stefan Kraft (Aut) – W. Zografski (Bul)

Tom Hilde (Nor) – Peter Prevc (Slo)

Taku Takeuchi (Jpn) – Domen Prevc (Slo)

Anders Fannemel (Nor) – Kamil Stoch (Pol)

R. Lamy Chappuis (Fra) –Daniel Tande (Nor)