Beide Augen zugedrückt

Vorarlberg / 29.12.2016 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für die Weitergabe von Cannabis an minderjährige Mädchen stand der Bursche vor Gericht. Obwohl vorbestraft, kam er mit Bewährung davon.
Für die Weitergabe von Cannabis an minderjährige Mädchen stand der Bursche vor Gericht. Obwohl vorbestraft, kam er mit Bewährung davon.

21-jähriger Berufsschüler bekommt allerletzte Chance und muss nicht ins Gefängnis.

Christiane Eckert

Feldkirch. Weihnachten ist zwar vorbei, dennoch kann sich ein junger Oberländer über die außerordentliche Nachsicht seitens der Strafjustiz freuen. Erst im Februar letzten Jahres wurde er wegen Drogen zu einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten verurteilt. Trotz guter Vorsätze hatte er wenig später wieder ein Rückfall, die Probezeit für die Bewährungsstrafe wurde von drei auf fünf Jahre verlängert. Nun sitzt der junge Mann, der ansonsten einen äußerst ordentlichen Eindruck macht, erneut wegen Cannabisweitergabe vor Gericht. Dieses Mal verkaufte er den Stoff nicht, doch die Staatsanwaltschaft wirft ihm Weitergabe an minderjährige Mädchen vor.

Mildes Urteil

„Ich kannte die zwei Mädchen nicht und wusste auch nicht, wie alt sie sind. Es sind Bekannte von einem Kollegen“, so der Angeklagte. Richter Richard Gschwenter glaubt dem jungen Mann und spricht den Oberländer „nur“ wegen unerlaubtem Umgang mit Suchtgiften schuldig. Dennoch beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre. „Ich habe beide Augen zugedrückt, beim nächsten Mal sitzen Sie im Gefängnis“, macht der Richter dem Geständigen klar, dass dies nun wirklich die allerletzte Chance ist. Der junge Mann, wird zu 1200 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt. Zudem werden acht Monate Bewährungsstrafe ausgesprochen. So sind insgesamt zwölf Monate Haft offen, die im Falle einer neuerlichen Verurteilung garantiert fällig werden.

Hohe Schulden

Der junge Drogenkonsument und -lieferant hat neben den 1200 Euro Geldstrafe allerdings noch weitere Schulden aus seinen Verstößen. „Ich muss dem Gericht aus meiner vorigen Verurteilung noch 10.000 Euro bezahlen“, erläutert der Oberländer seine finanzielle Situation. Weil er auch in näherer Zukunft beruflich nicht voll durchstarten kann, bekommt er einen Zahlungsaufschub und verspricht, künftig die Finger von Drogen zu lassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.