Ein heiß umkämpfter Schneerest

Gesund / 29.12.2016 • 18:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wenn nur wenig Schnee vorhanden ist, zählt auf Pisten das Miteinander, um unfallfrei und gesund durch den Tag zu kommen. Foto: zott
Wenn nur wenig Schnee vorhanden ist, zählt auf Pisten das Miteinander, um unfallfrei und gesund durch den Tag zu kommen. Foto: zott

Alpenverein gibt Tipps für ein konfliktfreies Miteinander von Skifahrern und Tourengehern auf Pisten.

Innsbruck. Abseits der Skipisten sucht man den Schnee derzeit noch vergeblich. Die Tourengeher verlagern ihr Hobby daher zunehmend auf die präparierten und schneesicheren Pisten, was aufgrund des beschränkten Platzangebotes nicht überall gern gesehen wird. Der Österreichische Alpenverein empfiehlt, sich an einige Grundregeln zu halten, um Konflikte mit Liftbetreibern und Skifahrern zu vermeiden.

Frage des Hausverstandes

Wo vor einigen Jahren die Skitourensaison bereits in vollem Gange gewesen wäre, warten wir dieser Tage vergeblich auf den Niederschlag. „Viele Tourengeher möchten dennoch nicht verzichten und sehen sich gezwungen, auf die Pisten in den Skigebieten auszuweichen“, erklärt Michael Larcher, Bergführer und Leiter der Bergsport-Abteilung im Alpenverein. Auch ein gewisses Komfortbedürfnis sei nicht ganz abzustreiten, „schließlich ist eine Pistentour in der Regel weniger zeitaufwändig und weniger Gefahren ausgesetzt als eine Tour im freien Gelände“.

Wenn die Sportler nun zunehmend auf diese Alternative zurückgreifen, könnte es auf den Pisten eng werden. Der Alpenverein sieht daher jeden Einzelnen gefordert, um zu einer friedlichen Gemeinschaft von Tourengehern, Skifahrern und Skigebietsbetreibern beizutragen.

„Wenn Tourengeher die Pisten zum Aufsteigen nutzen, sind viele Verhaltensregeln ohnehin eine Frage des Hausverstands: Etwa die Aufstiegsspur am Pistenrand anzulegen, Pisten nur an übersichtlichen Stellen zu queren und Sperren während der Pistenpräparierung zu beachten“, betont Michael Larcher. Ein Sonderfall seien jene Skigebiete, in denen wirklich nur ein schmales Schneeband zur Verfügung steht: „Hier stellt sich die Frage, ob man die Ski nicht lieber gegen die Wanderschuhe tauscht, bevor man sich auf engstem Raum im Kunstschnee austobt. Wo die Pisten breit genug sind und entsprechend rücksichtsvoll aufgestiegen wird, sollten Tourengeher kein Problem darstellen.“

Kein Pistenverbot

Ein generelles Pistenverbot für Tourengeher, so wie es manche Regionen im Vorjahr umgesetzt haben, sei definitiv keine Lösung mit Weitblick. Solche Bestrebungen seien zudem rechtlich umstritten: „Auch Pisten sind Naturraum, aus dem nicht einfach einzelne Personengruppen verbannt werden können. In Bayern etwa ist dieses Recht auf Naturgenuss sogar gesetzlich geschützt.“ Positiv sieht der Alpenverein das Engagement in Regionen, wo Skigebiete ihre Pisten an ausgewählten Wochentagen für Abendtouren zur Verfügung stellen. „Solche Bestrebungen zur Konfliktlösung unterstützen wir und unsere Landesverbände gerne. Lokal lassen sich viele Lösungsmodelle erarbeiten“, ist Larcher überzeugt.

Zehn Regeln für Pistenskitouren

Der Alpenverein hat gemeinsam mit dem Kuratorium für Alpine Sicherheit zehn Verhaltensregeln für Pistengeher erarbeitet, die die Grundlage für ein konfliktfreies Miteinander darstellen:

 1. Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.

 2. Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten.

 3. Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.

 4. Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.

 5. Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren.

 6. Bis 22.30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.

 7. Sich sichtbar machen.

 8. Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.

 9. Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.

10. Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten.