Es war ein gutes Jahr für die heimischen Heizölkunden

Markt / 29.12.2016 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Verbraucher konnten sich heuer über niedrige Preise freuen. 2017 moderater Anstieg wegen Opec-Deal erwartet.

Schwarzach. (VN-reh) Alle paar Monate denkt Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) laut über ein Aus für die ökologisch umstrittenen Ölkessel nach. Das freut zwar die Alternativenergieverbände, ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass sich Ölheizungen im Land nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Rund 35.000 Haushalte heizen in Vorarlberg mit Öl. Die Zahl der ölbeheizten Häuser und Wohnungen ist seit 1996 gestiegen. Dass zeitgleich der Heizölverbrauch um mehr als die Hälfte gesunken ist, liegt an der Tatsache, dass viele ihre alten Ölheizungen gegen neue Brenngeräte getauscht haben.

Freuen konnten sich alle Ölheizungsbesitzer in diesem Jahr über relativ niedrige Preise. Den absoluten Jahrestiefstand erreichte der Heizölpreis im Jänner nach dem Ende der Iran-Sanktionen, als man rund 50 Cent pro Liter zahlte. Im weiteren Verlauf des Jahres kletterte der Preis auf rund 65 Cent je Liter und liegt aktuell bei 70 Cent. Damit ist der Preis für Heizöl gegenüber dem Zehn-Jahres-Tiefstand im Jänner zwar gestiegen. Im Vergleich zu den Jahren 2012 bis 2014 ist Heizöl aber immer noch um gut ein Drittel billiger. Zum Vergleich: 2012 lag der Höchstpreis bei über einem Euro pro Liter.

Ob man sich an diese Preise gewöhnen kann, das bleibt fraglich. Denn Auslöser für den Preisanstieg in den vergangenen Tagen war eine Vereinbarung von Ölförderstaaten innerhalb und außerhalb des Opec-Kartells über Förderkürzungen. Experten erwarten deshalb einen weiteren Anstieg der Ölpreise. Für Verbraucher werde sich dies in den kommenden Wochen wohl mit einem moderaten Anstieg der Kosten fürs Tanken und Heizen bemerkbar machen. Mittel- und langfristig werde es aber keine großen Veränderungen geben. Denn auf dem Weltmarkt gibt es trotz der Kürzungen noch ein Überangebot.

Kritik an Rupprechter

Den Rupprechter-Vorschlag zum Ölkessel-Verbot sehen übrigens nicht alle positiv. Für Jürgen Roth, Fachverbands-Obmann des Energiehandels, tappt der Minister damit in „die ideologische Falle vieler Umweltorganisationen“. Ein Verbot führe nur dazu, dass viele der alten Heizkessel noch jahrzehntelang weiterbetrieben werden. Viele Gebäude seien nicht auf eine Umrüstung ausgelegt und die Kosten bei einem Umstieg für viele sozial unverträglich. Auch für seinen Kollegen Egon Reiner, Obmann des Vorarlberger Energiehandels, ist das genauso widersinnig wie die Forderung Rupprechters nach einem Ende des Steuerprivilegs für Diesel. Zuerst habe man Hunderttausenden Bürgern und Autofahrern signalisiert, dass der Kauf von Dieselkraftfahrzeugen von der Politik gewollt sei, um nun das „Dieselprivileg“ wieder abzuschaffen. „Die Feinstaubbelastung aus den mit viel Steuermitteln geförderten Biomasse-Heizwerken sollte ihm Anlass zu Besorgnis geben. Immerhin wird die Luft bei der Verbrennung von Holz um ein Vielfaches mehr belastet als mit einer modernen Ölheizung.“