Marcel Hirscher mit feinem zweiten Platz am Jahresende

Sport / 29.12.2016 • 20:36 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Marcel Hirscher musste nach einem starken Super-G im Slalom nicht mehr alles riskieren und fuhr mit der viertbesten Zeit auf den zweiten Kombinationsplatz. Foto: gepa
Marcel Hirscher musste nach einem starken Super-G im Slalom nicht mehr alles riskieren und fuhr mit der viertbesten Zeit auf den zweiten Kombinationsplatz. Foto: gepa

Nur Alexis Pinturault war in der Kombination in Santa Caterina besser.

SAnta Caterina. Zum ersten Mal in seiner Karriere rutscht Marcel Hirscher als Führender im Gesamtweltcup in das neue Jahr, in den vergangenen Jahren war er jeweils Zweiter gewesen. Nach seinem zweiten Rang in der alpinen Kombination in Santa Caterina hat der Salzburger 231 Punkte Vorsprung auf Kjetil Jansrud, der Norweger schied im Kombi-Slalom aus. Tagessieger wurde der Franzose Alexis Pinturault.

Das richtige Gefühl

Nach dem enttäuschenden 47. Platz im Spezial-Super-G am Dienstag glänzte Marcel Hirscher am Donnerstag im Speedbewerb mit dem zweiten Rang hinter Spezialist Aleksander Aamodt Kilde, der am Ende sehr guter Dritter wurde. 2015-Weltmeister Hirscher trauerte dem verpassten ersten Kombi-Sieg seiner Karriere im Weltcup nicht nach, vielmehr freute er sich über die Speed-Leistung.

„Ich kann doch noch Super-G fahren! Ich hatte von Anfang an das richtige Gefühl. Je weiter das Rennen nach unten ging, desto wohler habe ich mich gefühlt. Ich habe mich getraut, die Ski richtig laufen zu lassen“, meinte der fünffache Gesamtweltcupsieger, der den 99. Podestplatz der Karriere einfuhr. „80 Punkte ist gewaltig, ich freue mich, dass ich die mitnehmen kann. Und ich freue mich jetzt über zwei, drei freie Tage. Lasst es zu Silvester krachen, ich werde mich ein bisserl zurückhalten“, richtete er im ORF-Interview den Skifans aus. Er werde den Jahreswechsel gemütlich zu Hause mit Freundin Laura, den Eltern und einigen Freunden bei einem guten Glas Wein verbringen.

Pinturault jubelte über den 18. Weltcupsieg, den dritten in diesem Winter. „Das war das beste Kombinationsrennen meiner Karriere“, freute sich der Franzose. Er hat als Gesamtdritter nur 17 Punkte Rückstand auf Jansrud, der geschwächt von einer Erkältung im Kombi-Super-G nur Sechster gewesen war und im Slalom das Ziel nicht sah. Der Ausfall der Santa-Caterina-Abfahrt wegen Windes am Mittwoch schmerzt Jansrud zudem, zumal das Rennen nicht nachgetragen wird. Immerhin hielt er sich am Dienstag als Super-G-Sieger schadlos.

Schaumgebremst im Slalom

Die 713 Zähler auf dem Konto Hirschers bedeuten auch persönlichen Punkterekord für den ersten Saison-Teil. 2011 hatte er zu Silvester 425 Punkte erreicht, 2012 waren es 560, 2013 kam er auf 435, 2014 auf 576 und 2015 als wie in den Jahren zuvor ebenfalls Zweiter auf 621.

Hirscher gestand ein, dass es „nicht schlau gewesen“ wäre, im Slalom volles Risiko zu gehen. „Man muss hundert Prozent geben, um Alexis biegen zu können“, sagte der Salzburger. Er hatte den Ausfall von Kjetil Jansrud mitbekommen.

Auch Cheftrainer Andreas Puelacher lobte Hirschers Taktik. „Es war richtig im Hinblick auf die sechste Kugel. Taktisch hat er es sehr gut gemacht. Wenn er Pinturault schlagen will, muss er voll angreifen. Und bei vollem Risiko ist im Slalom die Gefahr groß, dass man einfädelt. Meiner Meinung nach hat er alles richtig gemacht.“

Ich habe mich getraut, den Ski richtig laufen zu lassen.

Marcel Hirscher
Dritter Weltcupsieg in diesem Winter: Alexis Pinturault feiert nach der Super-Kombination in Santa Caterina. Foto: apa
Dritter Weltcupsieg in diesem Winter: Alexis Pinturault feiert nach der Super-Kombination in Santa Caterina. Foto: apa

Ski alpin

Herren, gesamt (14)

1. Marcel Hirscher (AUT) 713

2. Kjetil Jansrud (NOR) 482

3. Alexis Pinturault (FRA) 465

4. Henrik Kristoffersen (NOR) 382

5. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 291

6. Mathieu Faivre (FRA) 270

7. Felix Neureuther (GER) 223

8. Aksel Lund Svindal (NOR) 220

9. Max Franz (AUT) 217

10. Carlo Janka (SUI) 206

11. Andre Myhrer (SWE) 204

12. Manfred Mölgg (ITA) 196

13. Dominik Paris (ITA) 195

14. Erik Guay (CAN) 189

15. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 160

18. Michael Matt (AUT) 144

Hannes Reichelt (AUT) 144

24. Manuel Feller (AUT) 127

30. Matthias Mayer (AUT) 111

32. Philipp Schörghofer (AUT) 109

45. Vincent Kriechmayr (AUT) 73

50. Marc Digruber (AUT) 69

95. Christian Hirschbühl (AUT) 19

Kombination (1)

1. Alexis Pinturault (FRA) 100

2. Marcel Hirscher (AUT) 80

3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 60

4. Justin Murisier (SUI) 50

5. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 45

6. Erik Read (CAN) 40

7. Luca Aerni (SUI) 36

8. Mauro Caviezel (SUI) 32

9. Valentin Giraud Moine (FRA) 29

10. Ryan Cochran-Siegle (USA) 26

14. Vincent Kriechmayr (AUT) 18

15. Matthias Mayer (AUT) 16

24. Christian Walder (AUT) 7

29. Romed Baumann (AUT) 2

Mannschaft (14)

1. Österreich 1962

2. Norwegen 1657

3. Frankreich 1603

4. Italien 1151

5. Schweiz 980