Zum Gedenken

Vorarlberg / 29.12.2016 • 17:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Frieda Dünser

Lustenau. Nur gut zwei Monate nachdem Frau Frieda Dünser die Vollendung des 105. Lebensjahres feiern konnte, hat sie ihre letzte Reise angetreten. Bis zuletzt war sie bei klarem Verstand, konnte ihren Haushalt führen und sich selbst versorgen. Trotz ihres hohen Alters war ihr Blick immer in die Zukunft gerichtet.

Als Frieda Severina Bösch wurde sie am 30. 7. 1911 als viertes Kind ihrer Familie geboren und wuchs mit ihren Geschwistern in einfachen Verhältnissen, aber wohlbehütet, in der Augartenstraße auf. Nach ihrer Schulzeit lernte sie den Beruf der Näherin und arbeitete in der Folge über 45 Jahre lang in der Schweiz, wobei sie den Weg zum Arbeitsplatz Sommer wie Winter mit dem Fahrrad zurücklegte. Dank ihrer exakten Arbeitsweise und ihrem Fleiß wurde sie im Betrieb sehr geschätzt.

1948 heiratete Frieda den aus Braz stammenden Hans Dünser. Anfangs konnten sie eine Wohnung in Lustenau beziehen, doch bald war ihr neues Haus in Höchst bezugsfertig. Da ihre Ehe kinderlos blieb, besuchten sie jeden Sonntag Friedas Geschwister in Lustenau. Gerne unternahmen sie auch Reisen, manchmal zusammen mit Bruder Hans und seiner Frau Irma. Führten diese Reisen zunächst ins nähere Ausland, unternahmen sie später ihre gemeinsame längste Reise nach Amerika, wo zwei Brüder des Gatten lebten. Von ihrem Mut und Unternehmungsgeist zeugt die Tatsache, dass sie sich mit über 70 Jahren für ein neues Haus in Lustenau entschieden, das fortan ihr ganzer Stolz war. 17 Jahre konnte Frieda mit ihrem Mann noch hier verbringen, bis zu seinem Tod an Weihnachten im Jahr 2002. Damals hatte sie innerhalb von sechs Monaten nicht nur den Verlust ihres Mannes, sondern auch ihrer Nichte Reinhilde und ihrer Schwägerin Irma zu ertragen. Ihre Lebensfreude, ihr wacher Geist und ihre Offenheit halfen ihr darüber hinweg. Familienanschluss fand sie bei den Töchtern ihres Bruders Hans. Sie und auch deren Kinder und Enkelkinder waren für Frau Dünser der Mittelpunkt, wie auch die Kinder ihres Bruders Alfred. Am Sonntagabend auszugehen war für Frieda ein Ritual, das ihr bis zum 104. Lebensjahr Freude bereitete. Allen, die die Verstorbene kannten, wird sie als elegante, stolze Frau mit Weitblick, Humor und Gottvertrauen in lieber Erinnerung bleiben.