Ein bitterer erster Hauch von Olympia

Sport / 25.07.2017 • 21:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im direkten Duell um den Halbfinaleinzug unterlag Bettina Plank (l.) der Türkin Serap Ozcelik mit 0:2-Punkten.Foto: GEPA
Im direkten Duell um den Halbfinaleinzug unterlag Bettina Plank (l.) der Türkin Serap Ozcelik mit 0:2-Punkten.Foto: GEPA

Karate-Lady Bettina Plank bei den World Games in Breslau undankbare Fünfte.

Breslau. Nach dem Gewinn des Europameistertitels 2015, der Silbermedaille bei den ersten Europaspielen in Baku, der Bronzenen bei der Heim-WM im Oktober letzten Jahres in Linz und dem dritten Platz beim kontinentalen Championat im Mai blieb Bettina Plank für einmal bei einem Großevent ohne Medaille. Vorarlbergs Sportlerin der Jahre 2015 und 2016 musste sich bei den World Games in Breslau mit dem fünften Platz zufriedengeben.

Ein Sieg war zu wenig

Die Vermutung von Plank, dass die Weltspiele in Polen durch die Aufnahme von Karate ins olympische Programm bei den nächsten Sommerspielen 2020 in Tokio zu einer ersten Olympia-Generalprobe werden, bewahrheitete sich bereits bei der Auslosung. Mit der regierenden Weltmeisterin Alexandra Recchia aus Frankreich, der Türkin Serap Ozcelik, 2017-Europameisterin Katerina Kryva aus der Ukraine und der auf Platz zwei in der Weltrangliste eingestuften Feldkircherin wurden die Top-Vier-Kämpferinnen im WKK-Ranking der 50-kg-Kategorie in einen Pool gelost. „Das war wirklich die Krönung aller schweren Auslosungen, die mir wie es scheint seit einigen Saisonen bei Großevents treu sind“, betonte die HLSZ-Sportsoldatin vor Turnierbeginn.

Im ersten Duell bei den World Games kam es zum Vergleich gegen Weltmeisterin Recchia, bei dem die Französin eine kleine Unachtsamkeit zum 1:0-Erfolg nutzte. Anschließend wahrte Plank mit einem 1:0-Sieg gegen Europameisterin Kryva ihre Aufstiegschance. Im direkten Duell um den Halbfinaleinzug, in dem Plank für den Aufstieg ein Remis genügt hätte, musste sich die Feldkircherin dann gegen Ozcelik mit 0:2 geschlagen geben. Nach je zwei Verwarnungen für beide Kämpferinnen gelang der Türkin nach 68 Sekunden durch Yuko die 1:0-Führung, Plank riskierte in Folge alles und musste noch einen zweiten Gegenpunkt hinnehmen und verpasste als Pool-Dritte den Sprung in die Medaillenentscheidung. „Natürlich ist die Enttäuschung groß. Den Grund für mein Ausscheiden in der Auslosung zu sehen, wäre aber nicht korrekt. Obwohl ich perfekt vorbereitet war, habe ich nie einen Rhythmus und die richtige Distanz zur Gegnerin gefunden. Am Ende waren es Nuancen, die den Unterschied ausgemacht haben. Doch auf diesem Niveau darf man sich keine Fehler erlauben“, betonte Plank.

ÖKB-Sportdirektor Ewald Roth bilanzierte nüchtern: „Der zweite Pool wäre für Betti ein Spaziergang gewesen. Auf jeden Fall ist mir lieber, wenn wir jetzt einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen und uns das Glück in der Olympia-Qualifikation dafür zur Seite steht.“

Die Kriterien überdenken

Einen kleinen Seitenhieb bezüglich des Wettkampfsystems konnte sich Roth aber nicht verkneifen: „Ich war ja selbst bei der Auslosung vor Ort und es ist alles mit rechten Dingen zugegangen. Was mich einfach nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, warum man auf eine Setzung auf Basis der Weltrangliste verzichtet hat. Es ist schwer verständlich, dass in einem Pool alles, was Rang und Namen hat, kämpft und im zweiten Pool mit der Japanerin Miyahara (Anm. WKF-Nr. 7) nur eine Top-Ten-Athletin. Die Polin ist Nummer 58, die Algerin 141 und die Australierin gar nicht in der Weltrangliste. Bezüglich der Qualifikationskriterien für Tokio muss sich der Weltverband auf jeden Fall noch etwas einfallen lassen. Die sportlichen Kriterien müssen mehr Gewichtung haben als die politischen Überlegungen.“

Den Grund für mein Ausscheiden in der Auslosung zu sehen, wäre aber nicht korrekt.

Bettina Plank