Festnahme nach Bluttat bei Lindau

Vorarlberg / 25.07.2017 • 22:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Onkel von Steffi S. drückte in Facebook seine Verzweiflung aus.
Der Onkel von Steffi S. drückte in Facebook seine Verzweiflung aus.

Nach mutmaßlicher Ermordung einer 22-Jährigen stellte sich Verdächtiger (34) der Polizei.

Lindau. Vor rund einem Monat, am 19. Juni 2017, wurde die Frau von ihrem Lebensgefährten leblos in der gemeinsamen Wohnung gefunden (die VN berichteten). Der hinzugerufene Notarzt stellte den Tod der jungen Frau fest. Es war Gewalteinwirkung.

Serbe unter Verdacht

Unverzüglich richtete die Lindauer Kripo mit Unterstützung der Kemptener Kripo eine Ermittlungsgruppe ein. Deren gemeinsame Erhebungen erbrachten einen dringenden Tatverdacht gegen einen 34-jährigen Serben, der im Landkreis Lindau geboren und aufgewachsen ist. Bereits zwei Tage nach dem Tod der Frau erließ das Amtsgericht Kempten einen Untersuchungshaftbefehl gegen ihn. Dieser konnte jedoch nicht vollzogen werden, da der Gesuchte zunächst untergetaucht war. Den Ermittlern gelang in der Folgezeit aber die ungefähre Feststellung seines Aufenthalts in Serbien.

Anfang dieses Monats trat der Gesuchte mit den Ermittlern in Kontakt und stellte seine Rückkehr in Aussicht. In Absprache mit einem von ihm beauftragten Rechtsanwalt reiste er am vergangenen Donnerstag mit einem Flug von Belgrad kommend am Flughafen Memmingen in das Bundesgebiet ein. Dort wurde er von den bereits wartenden Beamten festgenommen. Tags darauf wurde er zur Haftbefehlseröffnung dem Ermittlungsrichter vorgeführt und befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt. Der 34-Jährige wohnte bis wenige Tage vor der Tat gemeinsam mit seiner damaligen Freundin im selben Stockwerk des Mehrfamilienhauses.

Nach derzeitigem Kenntnisstand war er noch im Besitz eines Zweitschlüssels; somit hatte er Zugang in das Mehrfamilienhaus. Die genauen Abläufe und das Tatmotiv sind noch im Ermittlungsstadium.