Kampf um eigene vier Wände

Vorarlberg / 25.07.2017 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Herbert Netzer zeigt auf die Außenkamera des Wettlokals in Lustenau. Foto: VN/Hofmeister
Herbert Netzer zeigt auf die Außenkamera des Wettlokals in Lustenau. Foto: VN/Hofmeister

Herbert Netzer will die Betreiber eines Wettlokals in Lustenau unbedingt loswerden.

Lustenau. Als der Optiker Herbert Netzer (57) vor Jahren sein 160-m2-Erdgeschoß-Lokal an eine ungarische Firma vermietete, wusste er nicht, was dort irgendwann einmal auf ihn zukommen sollte. Vielleicht interessierte es ihn auch noch nicht so wirklich. In die Räumlichkeiten zogen Wettanbieter ein. Als die im Besitz einer Wettbewilligung befindliche Firma 2008 verkauft wurde, begann für den gebürtigen Montafoner der Ärger. „Es häuften sich die Gesetzesverstöße“, behauptet Netzer. „Es gab ständig wechselnde Betreiber, die laut Aussage von verschiedenen Stellen keine Steuer zahlten und nur Ärger verursachten.“

Außenkameras

Was Netzer besonders aufregt: „Hier sind illegal Außenkameras angebracht. Das will ich nicht.“ Er habe es einige Zeit mit Gesprächen probiert. „Ich bin ins Lokal hinein und habe meine Einwände dort deponiert. Zuerst war immerhin die Kommunikation okay. Die Geschäftsführerin zeigte sich mir gegenüber verständnisvoll. Man konnte mit ihr reden.“ Doch bald änderte sich auch das. „Sie sagte mir dann, dass hinter diesem Etablissement Ungarn stecken würden. Und ich würde hoffentlich wissen, was die mit mir machen, wenn ich sie belästige. Es gebe keine Chance, sie aus diesem Lokal hinauszubringen“, erzählt Netzer.

Neues Projekt geplant

Vor rund zwei Monaten suchte der Lokalbesitzer Polizei und Behörden auf. „Leider sagte man mir überall, dass man da nichts machen könne. Dabei konnte ich es auch bezeugen, dass in diesem Lokal auch illegale Spielautomaten standen.“

Netzer möchte seine Geschäftsfläche zurück. „Ich beabsichte, dort ein Optiker-Geschäft einzurichten und Menschen seriös zu beschäftigen.“ Er habe bereits neue Mitarbeiter für das Lustenauer Projekt, Netzer besitzt auch in Höchst ein Optiker-Geschäft, akquiriert. „Das sind Frauen im Alter um 45, die unbedingt ein Einkommen brauchen.“ Der Unternehmer fühlt sich von Polizei und Behörden nicht ernst genommen.

Dabei haben die in der jüngeren Vergangenheit landesweit ganze Arbeit geleistet und in mehreren Schwerpunktaktionen in allen Bezirken des Landes beträchtliche Erfolge gegen illegale Spielhöllen gefeiert. Mehrere einschlägige Spelunken wurden geschlossen, zahlreiche illegale Spielautomaten beschlagnahmt, viele Lokale stehen unter scharfer Kontrolle der Behörden.

Verständnis

Der Dornbirner Bezirkshauptmann Helgar Wurzer (59) versteht Herbert Netzer. „Ich kann seinen Ärger nachvollziehen. Aber ich kann ihm auch versichern, dass wir genanntes Lokal ebenso unter Beobachtung haben wie viele andere.“ Laut Wurzer sei die Polizeiarbeit für Außenstehende oft kaum wahrnehmbar und verdeckt. „Aber wir arbeiten sehr effektiv und werden das auch weiterhin tun“, versichert Wurzer.

Netzer will seine Mieter so schnell wie möglich loswerden. „Ich habe eine Räumungsklage eingebracht. Ich hoffe, sie sind bald weg.“ Die sind allerdings nicht gewillt, ihm diesen Gefallen zu tun.

Wir arbeiten effektiv und werden das auch weiter tun.

Helgar Wurzer