Schweizer Hanfboom hält Beamte auf Trab

Vorarlberg / 25.07.2017 • 19:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Schweiz blüht das Geschäft mit dem CBD-Hanf. Dieser ist zum Leidwesen der Beamten optisch vom illegalen Hanf nicht zu unterscheiden.
In der Schweiz blüht das Geschäft mit dem CBD-Hanf. Dieser ist zum Leidwesen der Beamten optisch vom illegalen Hanf nicht zu unterscheiden.

Neue Zigaretten und andere Hanfprodukte stellen Zöllner und Polizisten vor neue Herausforderungen.

Schwarzach. (VN-mef) Ein Jahr ist es her, dass die Schweizer Behörden den Verkauf von Hanfblüten als Tabakersatzprodukt bewilligt haben. Legal ist die Sache bei den Eidgenossen, wenn der berauschende THC-Wirkstoff unter einem Prozent liegt. In den Regalen tauchen nun immer mehr Hanfprodukte mit dem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) auf, dem eine entspannende und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt wird. Bei der eidgenössischen Zollverwaltung sind inzwischen 250 Hersteller registriert, vor einem halben Jahr waren es noch fünf.

Seit dieser Woche werden in einer großen Supermarktkette wie berichtet Zigaretten mit Tabak und CBD-Hanf verkauft. Die Hersteller produzieren nach eigenen Angaben derzeit 1300 Stangen Zigaretten pro Woche. „Die Nachfrage ist fast zehnmal so hoch“, berichtet Geschäftsführer Roger Koch auf VN-Anfrage. Verkauft werden die Zigaretten bislang nur in der Schweiz. Dennoch gingen regelmäßig Bestellungen aus dem Ausland ein. Diese würden aber sofort storniert. Geprüft wird derzeit seitens der Supermarktkette die Einführung der Zigaretten in Liechtenstein.

Inzwischen wurden wegen des Hanfbooms bereits Schwerpunktkontrollen an den Schweizer und liechtensteinischen Grenzen angekündigt. Bisher wurden hierzulande aber noch keine durchgeführt, wie es seitens der Vorarlberger Polizei auf Nachfrage heißt. Auch die Nachbarn handeln. Der deutsche Zoll warnt von der Einfuhr der Hanfzigaretten. „Das Verbringen von Drogen ist eine Straftat und kann mit Geld- oder Haftstrafen geahndet werden.“ Auch andere Produkte mit geringem THC-Anteil würden dem deutschen Betäubungsmittelrecht unterliegen.

In einer schwierigen Situation befinden sich die Schweizer Polizisten. Der illegale Hanf sieht nämlich ident aus wie der CBD-Hanf. Die Polizisten können den Hanf sicherstellen und untersuchen lassen. Handelt es sich um „Drogenhanf“ kommen zur Buße noch die Laborkosten von 150 Franken dazu. Was das Thema Straßenverkehr betrifft, so gibt es laut St. Galler Kantonspolizei keinen CBD-Wert für die Grenze der Fahrunfähigkeit. Weist der Fahrer aber Symptome wie Übermüdung auf, werden Blut- oder Urinproben entnommen. Sind die Tests positiv, ist der Führerschein weg.