Der Außenseiter hat eine Idee

Sport / 26.07.2017 • 22:07 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Altach-Kicker rund um Moumi Ngamaleu wollen heute in der mordernen, 20.000 Zuschauer fassenden Ghelamco-Arena von Gent die nächste Überraschung liefern.Foto: gepa
Die Altach-Kicker rund um Moumi Ngamaleu wollen heute in der mordernen, 20.000 Zuschauer fassenden Ghelamco-Arena von Gent die nächste Überraschung liefern.Foto: gepa

Cashpoint SCR Altach will heute (20.30 Uhr) bei Gent mit einer Überraschung aufwarten.

Gent. Auf Altach wartet heute im Drittrundenspiel der Europa-League-Qualifikation mit Gent ein Gegner in einer „anderen Kategorie“ (Klaus Schmidt). Genau das ist die Herausforderung, der sich das Trainerteam und die Mannschaft stellt. „Wir haben versucht, die Spieler mit Ideen zu füttern“, sagte Chefcoach Schmidt am Abend vor dem Auftritt in der Ghelamco Arena. Ob der Plan denn auch gut ist, wird sich erst am Spieltag weisen, wie Schmidt betont. Fakt ist, dass man gegen die sehr hoch stehende Gent-Elf in den sich dadurch ergebenden Räumen attackieren will. Vor allem die Außenspieler des belgischen Meisters von 2014/15 sind sehr offensiv orientiert. „Diese gilt es zu bespielen“, wie Schmidt verrät. Und da wären noch die Standards, in dieser Saison eine besondere Waffe der Altacher. Dass dabei als Lösung gegen die Riesen von Gent hohe Bälle nicht der Weisheit letzter Schluss sind, wurde auch so analysiert. Im Training wurden deshalb ganz neue Reize bzw. Varianten einstudiert. Zu guter Letzt wirft er das für Altach so bezeichnende Kollektiv ins Rennen. „Wir sind bereit“, lautet deshalb seine Ansage in Richtung Gegner.

Personell kann Schmidt praktisch aus dem Vollen schöpfen, was dem 49-Jährigen durchaus Kopfzerbrechen bereitet. Zumal der Steirer von Haus aus kein Freund der Rotation ist. Das dichtgedrängte Spielprogramm zwingt ihn aber dazu, auch diesbezüglich nach Lösungsmodellen zu suchen. „Wir haben eine intensive Zeit hinter uns, mit sechs Spielen in einem Monat.“

Diese Wochen aber haben nicht nur für ein Selbstverständnis gesorgt, sondern auch für Bewunderung beim Gegner. Wenngleich Schmidt sagt: „Gent hat schon die Champions-League-Hymne im eigenen Stadion gehört. Die Mannschaft ist es gewohnt, europäisch zu spielen. Wir wollen uns da Stück für Stück heranarbeiten.“

Faire Chance für Innsbruck

Für Kapitän Philipp Netzer ist die Situation nicht mehr mit Guimarães vergleichbar. „Wir sind um eine Erfahrung reicher. Aber Gent ist auch eine Stufe über Giumarães zu setzen.“ Deshalb wäre es aus seiner Sicht wichtig, ein Ergebnis zu erzielen, das der Mannschaft in Innsbruck noch eine faire Chance im Rückspiel lässt.

Der Favoritenrolle bewusst

Absolut kein Problem mit der Favoritenrolle hat Gent-Coach Hein Vanhaezebrouck. „Es ist wieder soweit“, meinte der 53-Jährige lapidar im Hinblick auf die dritte Europacupsaison des Klubs in Folge. Die Vorbereitung bilanziert er als „gut“, weil der Wille der Spieler spürbar war, weil viel Qualität geholt wurde, zuletzt ein Abwehrspieler aus der zweiten französischen Liga (Niort), und weil trotz einiger Verletzungen und verspäteten Trainingsbeginns der 13 A-Nationalspieler eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattfand. Der Druck liegt also klar bei Gent, dennoch will der Coach nicht vorschnell über die nächste Runde sprechen. „Das wäre respektlos gegenüber dem Gegner aus Österreich“, stellt er klar. Zugleich betont er, dass ein Aus nicht nur eine Enttäuschung, sondern vielmehr ein Rückschlag für den Verein wäre. Er erwartet eine durch die Siege sehr selbstbewusste Altacher Elf, deren Spielweise er als äußerst ruhig bezeichnet. „Die Mannschaft lässt sich in ihrer Spielweise durch nichts aus der Ruhe bringen.“ Ein Vorteil könnte das „Heimspiel“ der Altacher in Innsbruck sein, „wenn nicht so viele Fans die Mannschaft begleiten“. Dies aber könne er aus jetziger Sicht nicht beurteilen. Klarer ist die Zielsetzung für die eigene Mannschaft: Nur das Weiterkommen zählt.

Die Favoritenrolle ist geklärt, aber es sind auch nur Menschen.

Philipp Netzer

Altach hat viele erfahrene Spieler, ist ein starkes Kollektiv und hat eine ruhig agierende Elf.

Hein Van haeze-brouck