Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Im Land der Indianer

Sport / 26.07.2017 • 22:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Noch vor dem 19. Jahrhundert gegründet, gehört der KAA Gent zu den ältesten belgischen Fußballklubs. So richtig populär wurde der in der Rangliste auf Platz sieben stehende Verein um die Jahrhundertwende dank des durch Europa tingelnden William Frederick Cody – besser bekannt als Buffalo Bill. Sein Western-Zirkus machte auch in Gent Halt. Seitdem ziert das Konterfei eines stilisierten Sioux-Häuptlings das Wappen des KAA Gent. Letztendlich verkörpert das Bild die Werte des Vereins: Respekt, Tapferkeit und Ehre.

Rund 70 Mill. Euro beträgt der Marktwert der Spieler, gut 80 Mill. Euro hat das neue Stadion gekostet. Für den Klub war die neue Arena ein Quantensprung. 1200 Business-Sitze und 20 Logen, genannt Skyboxes, zu denen je zwölf Plätze gehören, sorgen für Mehreinnahmen. Die 20.000 Zuschauer fassende Arena ist angesichts der 17.800 Dauerkarten praktisch immer ausverkauft. Dass Altachs Gegner, ausgestattet mit einem 30-Millionen-Euro-Budget dennoch als „Leichtgewicht“ eingestuft wird, entlockt angesichts der Sieben-Millionen-Grenze im Rheindorf nur ein Schmunzeln.

2004 stand der KAA Gent vor der Insolvenz. 23 Mill. Euro Schulden lasteten auf dem Verein. Durch den Verkauf des alten Stadions und den Gewinnen aus Spielertransfers gelang der Turnaround. 2013 wurde dann das neue Stadion bezogen, damit begann ein neues Zeitalter. Anfangs noch Arteveldestadion, benannt nach Jacob van Artevelde, dem faktischen Regenten von Flandern – seine Statue ziert die Innenstadt – hat sich Ghelamco die Vermarktungsrechte gesichert.

Ein virtueller Rundgang durch die Ghelamco Arena auf der Facebook-Seite der Vorarlberger Nachrichten.