Pflegekraft als diebische Elster

Vorarlberg / 26.07.2017 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach dem Prozess geht es für die Verurteilte zurück in die Zelle.VN
Nach dem Prozess geht es für die Verurteilte zurück in die Zelle.VN

Rumänin griff mal schnell in den Tresor: sieben Monate teilbedingte Haft.

Feldkirch. Eigentlich sei der Pflegeberuf gar nicht das Ihre, sagt die 41-jährige Rumänin als Angeklagte vor Gericht. Etwa eine Woche, so glaubt sie, habe sie eine 90-jährige Vorarlbergerin betreut, 22 Stunden am Tag. „Und als ich dann gehen wollte, kam ich irgendwie auf die Idee.“

„Geld und Gold“

Und zwar auf die Idee, eine günstige Gelegenheit zu ergreifen. Die Seniorin war gerade nicht im Haus. Und die 41-Jährige wusste, wo der Schlüssel zum Tresor verborgen war. Flugs griff sie ihn sich und räumte den Tresor aus. Die Beute war beträchtlich: 13.000 Euro, 17.000 Schweizer Franken und Schmuck im Wert von 7400 Euro.

Aber das war noch nicht alles. Auch eine Schatulle war den  Augen der diebischen Pflegerin nicht entgangen. In ihr war Schmuck im Wert von mehr als 3000 Euro. „Geld und Gold“ habe sie gefunden und gestohlen, gibt sie vor Richterin Verena Marschnig zu, mit einer Miene so reumütig wie ihre Stimme ruhig. Nach dem Motiv gefragt, antwortet ihr Rechtsanwalt für sie mit „bittere Armut“ und „Versorgung ihrer Kinder in Rumänien“.

Nach dem Diebstahl behauptet die Angeklagte dann selbst Opfer rumänischer Langfinger geworden sein. Und zwar in Italien, wo ihr selbst beinahe die gesamte Beute gestohlen worden sei. Den restlichen Schmuck habe sie für 500 Euro verkauft.

Doch da bringt Staatsanwalt Markus Fussenegger seine Sicht der Dinge ins Spiel. Beinahe empört führt er an, wie schamlos die Beschuldigte damals das ihr entgegengebrachte Vertrauen missbraucht habe:

„Nein! Die Angeklagte war nicht arm! Nein, niemand wird ihr glauben, dass sie in Italien bestohlen worden ist. Und nein, sie hat sich in das Haus geschlichen, sich das Geld gekrallt und es über die Häuser geschmissen! Und nein, niemand wird ihr glauben, dass sie Kinder versorgen müsse. Sie wollte sich in Italien ein schönes Leben machen.“

Die Richterin folgte der Anklage und verurteilte die Rumänin wegen schweren Diebstahls zu sieben Monaten Gefängnis, fünf davon bedingt auf eine Probezeit. Zudem muss sie den Großteil des Wertes der Diebsbeute an die Geschädigte zurückzahlen, irgendwie. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.