Wilder Berg, der von Menschen und Tieren gleichermaßen begehrt wird

Kultur / 26.07.2017 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Alps Hoamat bietet ein entsprechendes Ambiente für Kanisfluh-Bilder und -Skulpturen. Foto: VN/Cd
Die Alps Hoamat bietet ein entsprechendes Ambiente für Kanisfluh-Bilder und -Skulpturen. Foto: VN/Cd

Die Schönheit der Kanisfluh hat immer wieder zahlreiche Künstler und Fotografen inspiriert.

Mellau. (VN-cd) Gegen Ende des Winters ist immer wieder ein dumpfes Grollen zu hören, berichten die Mellauer, die die Lawinenabgänge von der Kanisfluh mit Respekt beobachten. Das rund 2000 Meter hohe, weithin sichtbare Bergmassiv gehört zum Leben der Bewohner. „Es ist ein faszinierender, wilder Berg“, sagt Manfred Felder. Als passionierter Fotograf hat er einiges gewagt, um die Wirmsul, eine von der Natur geschaffene Felssäule in ihrer bizarren Form ins Bild zu bekommen. Auf dem Bild von Adolf Bereuter ist das Gebilde von Nebel umgeben, wie ein Solitär ragt es auf, wunderschön geschliffen von den Elementen. Hermann Hager hat eine dieser Abendsonne-Stimmungen auf dem Felsen eingefangen, die zum Eindrucksvollsten zählen, was die Region zu bieten hat.

Ausstellung

Alle drei Bilder befinden sich in jener Ausstellung, die der Naturschutzbund gemeinsam mit dem Alpenschutzverein und dem Alpenverein organisiert hat und die heute, 27. Juli, 19 Uhr, in der Alps Hoamat, einem ausgebauten Stall und Wirtschaftsgebäude am Ortseingang von Mellau eröffnet wird. Es soll nicht verschwiegen werden: Nachdem die Errichtung eines Steinbruchs zur Diskussion steht, sind Bregenzerwälder in Sorge um die Natur. Kunst ist ein probates Mittel zur Bewusstseinsbildung, und das gilt auch für die Zeichnungen und Gemälde von Erich Smodics, Franz Gassner, Hubert Dietrich, Albrecht Zauner, Ulrike Maria Kleber oder Skulpturen von Hanno Metzler.

Wer sich mit der kleinen Ausstellung auseinandersetzt, die Bilder auf sich wirken lässt, etwa beim Werk von Hubert Dietrich länger innehält, der nimmt die künstlerische Umsetzung der Landschaft in sich auf, empfindet große Dankbarkeit, denkt an die ähnlich massive Montagne Sainte-Victoire, vor der Cézanne Ikonen der Kunstgeschichte schuf, denkt daran, dass die Natur vor den Menschen da war und dass auf der Kanisfluh mittlerweile auch wieder Steinböcke ein Revier in Anspruch nehmen, auf das auch diese Tiere ein Recht haben.

Eröffnung am 27. Juli, 19 Uhr. Zu sehen in der Alps Hoamat in Mellau (Klaus 5) bis 20. August, Do bis So, 16 bis 19 Uhr