Der Handel bleibt dynamisch

Markt / 27.07.2017 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Darf’s ein bisschen mehr sein: Der Vorarlberger Handel freut sich über weitere Umsatzsteigerung.

Feldkirch. (VN-sca) Der Vorarlberger Handel hat die Chance, die sich ihm durch den starken Franken geboten hat, ergriffen und mit dem Glück des Tüchtigen nun schon über Jahre hinweg die Umsätze ständig gesteigert. Aber natürlich sind es nicht nur die Schweizer und Liechtensteiner, die die guten Zahlen befeuern. Die Studie des Handelsberatungsunternehmens CIMA, in der ein Gebiet von 49 Gemeinden mit 303.000 Einwohnern im Rheintal und im Walgau untersucht worden ist, belegt, dass die regionale Bindung der Kaufkraft in Vorarlberg mit 95 Prozent sehr hoch ist. Bei Gütern des täglichen Bedarfs liege diese Bindung sogar bei 98 Prozent. Da muss das Angebot stimmen, denn eine Einkaufstour ins nahe Deutschland mit ähnlichen und oft auch niedrigen Preisen wäre keine Weltreise.

Anhaltender Aufschwung

Im stationären Einzelhandel in Vorarlberg (exkl. Tankstellen und exkl. nicht-stationärem Einzelhandel) zeigt sich deshalb auch im ersten Halbjahr 2017 wieder ein anhaltender Konjunkturaufschwung. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 steigen die Umsätze im Einzelhandel in Vorarlberg nominell um 3,3 Prozent (Österreich: 2,5 Prozent) und übertreffen damit nochmals das hohe Umsatzplus 2016 (2,2 Prozent). Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, informiert: „Absolut liegt der stationäre Einzelhandelsumsatz in der ersten Jahreshälfte 2017 in Vorarlberg bei rund 1,3 Milliarden Euro (netto, exkl. USt) beziehungsweise rund  1,5 Milliarden Euro (brutto, inkl. USt). Das sind sehr erfreuliche Zahlen, denn der Aufwärtstrend gewinnt weiter an Dynamik.“ Real, das heißt unter Berücksichtigung des Preiseffekts, ist das Absatzvolumen um 2,2 Prozent gestiegen, da die Verkaufspreise im Einzelhandel im ersten Halbjahr 2017 österreichweit im Durchschnitt um 1,1 Prozent gestiegen sind. Die Preissteigerung im Einzelhandel fällt weiterhin geringer aus als die Inflationsrate (2,0 Prozent). Die Zahlen wurden von der KMU Forschung Austria ermittelt.

Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria erläutert dazu auch die Detailergebnisse mit Blick auf die einzelnen Handelsbranchen. Die Branchenkennziffern sind in Österreich und Vorarlberg aber ziemlich ident, so Julius Moosbrugger von der Sparte Handel in der WKV: Getragen wird das Konjunkturwachstum wie auch im ersten Halbjahr 2017 vor allem von der dynamischen Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel, der mit 5,6 Prozent das mit Abstand höchste nominelle Umsatzwachstum erzielt hat. Überdurchschnittlich positiv schneiden auch der Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren (+3,0 Prozent) sowie der Einzelhandel mit Sportartikeln (+2,7) ab. Rückläufige Umsatzentwicklungen mussten hingegen einmal mehr der Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren (-0,5 Prozent), mit Möbeln (-0,8 in Österreich, gleichbleibend in Vorarlberg), mit Spielwaren (-1,3) sowie mit Elektrogeräten, Computer und Foto (-2,1) verzeichnen.

Das sind sehr erfreuliche Zahlen, denn der Aufwärtstrend gewinnt im Land weiter an Dynamik.

Theresia Fröwis