Der Traum soll nun weitergehen

Sport / 27.07.2017 • 23:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Nach dem historischen Erreichen des EM-Viertelfinales wollen ÖFB-Frauen mehr.

rotterdam. „Es ist ein großartiger Tag für den Frauenfußball und den gesamten Fußball in Österreich“, betonte ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer. Er sei sehr stolz auf das gesamte Team, den Sprung unter die besten acht Teams Europas geschafft zu haben. Gemeinsam habe man vor einigen Jahren begonnen. „Die Spielerinnen haben daran geglaubt, hierher zu kommen. Dass sie dann auch noch so spielen, ist einfach unglaublich“, lobte der gebürtige Wiener seine Truppe.

Der 46-Jährige gilt als Vater des Erfolgs. In der Stunde des Triumphes wollte er sich aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „Es braucht immer Leute, ein Team, das open-minded ist, bereit, Ideen und Visionen zu folgen. Das ist hier der Fall. Es ist eine tolle Sache“, gab Thalhammer das Lob weiter. Sein eigener Anteil am Erfolg sei schwer zu beurteilen.

Party pur

Seine Spielerinnen feierten noch lange nach dem erlösenden Abpfiff im Sparta-Stadion mit den mitgereisten Fans. „Nina Burger Superstar“, „I am from Austria“ und Co. wurden mehrmals angestimmt, ehe der „Partybus“ wieder ins Rollen kam. „Wir sind bekannt dafür, dass, wenn wir ein gutes Spiel abliefern, gerne einmal im Bus die Sau rauslassen“, gab Stürmerin Nicole Billa Einblick. Ungeschlagen mit sieben Punkten an der Tabellenspitze, den Weltranglistendritten Frankreich (5) distanziert. „Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich ihm gesagt, er spinnt“, gab Defensivspielerin Sarah Puntigam zu. Für sie und ihre Kolleginnen war der Erfolg schwer zu realisieren. „Es ist noch ein bisschen wie ein Traum. Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können“, gestand die von der UEFA zur Spielerin des Spiels gewählte Burger. Mit ihrem 48. Länderspieltor machte die ÖFB-Rekordtorschützin kurz vor der Pause mit dem 2:0 (44.) alles klar. Es ist ihr Turnier, hatte sie doch gegen die Schweiz das EM-Märchen bereits eingeleitet. Auch damals war sie Kapitänin.

Spanien im Viertelfinale

Der ÖFB-Auftritt machte Lust auf mehr. Von Nervosität war von Beginn an keine Spur, Unbehagen gab es nur bei kleinen Unsicherheiten, die Isländerinnen kamen aber kaum gefährlich zum Abschluss. Nach der Pause konnte sich die ÖFB-Auswahl den Luxus leisten, einen Gang zurückzuschalten.

Für den weiteren Turnierverlauf könnte das relevant sein. Die ÖFB-Truppe spielt am Sonntag gegen Spanien, das trotz 0:1-Niederlage gegen Schottland noch weiter kam.

Der EM-Traum des ÖFB-Teams könnte auch deshalb länger anhalten. „Wir haben bei dem Turnier gesehen, dass der Schmetterling fliegen kann und ich hoffe, er fliegt noch einige Tage länger“, hat auch Thalhammer noch nicht genug. „Träumen dürfen wir“, ergänzte Offensivspielerin Laura Feiersinger, die zugab: „Wir haben gewusst, dass wir stark sind und haben geliebäugelt mit dem Viertelfinale, aber es nach außen hin gut versteckt.“

Wir sind bekannt dafür, nach Siegen im Bus richtig abzufeiern.

Nicole Billa