Die „neue“ Austria fordert die „alte“

Sport / 27.07.2017 • 19:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Lipa trifft heute als Austria-Lustenau-Trainer auf seinen Vorgänger Lassaad Chabbi, der erstmals in seiner Laufbahn als Gegner der Grünweißen im Reichshofstadion antritt. Er will mit Ried drei Punkte stehlen. gepa
Andreas Lipa trifft heute als Austria-Lustenau-Trainer auf seinen Vorgänger Lassaad Chabbi, der erstmals in seiner Laufbahn als Gegner der Grünweißen im Reichshofstadion antritt. Er will mit Ried drei Punkte stehlen. gepa

Austria Lustenau gegen SV Ried. Oder: Neo-Coach Lipa gegen Ex-Trainer Chabbi.

Markus Krautberger

lustenau. Die zweite Runde der Sky Go Ersten Liga beschert den Fußballfans im Ländle einen Leckerbissen der besonderen Art. Denn niemand Geringer als Ex-Trainer Lasaad Chabbi gastiert mit seinem Team SV Ried im Reichshofstadion bei der von Andreas Lipa betreuten Austria Lustenau. Jener Chabbi, der die Austria im Frühjahr kurz vor Saisonstart verlassen hat, um mit Ried den Klassenerhalt in der Bundesliga zu schaffen – was misslang. Und heute will Chabbi mit Hilfe von Ex-Austrianern im Team der SV Ried wie Peter Haring, Julian Wießmeier, Pius Grabher, Ilkay Durmus und Seiffedin Chabbi in seinem ersten Match gegen Austria Lustenau als Cheftrainer drei Punkte aus dem Reichshofstadion entführen. „Ganz klar, wir wollen heute siegen. Ich freue mich aber auch sehr, zur Austria zurückzukehren. Das wird natürlich auch ein emotionales Match für mich. Normalerweise drücke ich der Austria die Daumen, heute aber sicher nicht“, bringt es der Ried-Coach auf den Punkt.

Besondere Konstellation

Dass man auf Seiten der Austria etwas dagegen hat, liegt auf der Hand. Auch Präsident Hubert Nagel gibt zu, dass die Partie gegen Ried unter diesen Umständen eine besondere ist: „Die Konstellation ist speziell. Viele ehemalige Lustenau-Kicker spielen nun in Ried, unsere Ex-Trainer sind dort am Werk – ich muss schon zugeben: Dies ist ein Spiel, das ich mehr gewinnen möchte als vielleicht manch anderes“, erklärt Nagel. Sein Trainer Andreas Lipa sieht das Spiel eher von der pragmatischen Seite: „Für mich persönlich ein normales Spiel gegen den großen Favoriten auf den Meistertitel. Natürlich weiß ich, dass Ex-Trainer und Ex-Spieler nach Lustenau kommen, aber das hat keine Auswirkungen auf mein Team. Da kennen nicht mehr viele diese ehemaligen Spieler.“

Lipa sieht sich daher etwas im Vorteil gegenüber seinem Rieder Pendant. „Ich weiß schon wie Kicker wie Haring, Wießmeier oder Grabher agieren am Feld. Deshalb werden sie uns nicht wirklich überraschen können. Umgekehrt habe ich viele neue Spieler im Team, die Chabbi nicht kennt“, so Lipa. Dem kontert der Ried-Trainer: „Es spielen schon noch einige, die unter mir auch gearbeitet haben. Ich kenne diese Mannschaft also noch sehr gut, glaube an keine Überraschungen.“ Auch bei der Frage, welches Team denn mehr Druck verspüre, hört man Gegenteiliges. Lipa: „Ried muss aufsteigen, wir wollen. Und sie haben in einen großen und guten Kader viel Geld investiert. Der Druck ist bei ihnen groß. Zumal sie auch die erste Partie der Liga verloren haben (0:1 gegen Wr. Neustadt).“ Chabbi gibt zwar zu, dass Druck in Ried vorhanden ist, aber, „diesen empfinde ich als normal. Die Austria sehe ich mehr unter Zugzwang in dieser Saison. Es steigen zwei Teams fix auf, und ich glaube die Austria muss aufsteigen, denn die Chance ist heuer so groß wie nie. Und das ist großer Druck“.

So oder so, einem spannenden Match steht nichts im Weg, zumal sich ja auch die Trainer bestens kennen. Immerhin absolvieren beide seit zwei Jahren gemeinsam den Kurs zur UEFA-Pro-Lizenz, wissen also wie der jeweils andere über Fußball und Systeme denkt.