Mit „nur“ fünf Maßnahmen zu einem energieautonomen Gebäude

Markt / 27.07.2017 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Mehrfamilienhaus-Anlage in Langegg ist laut Energieinstitut in Sachen Energieeffizienz zukunftsweisend. Foto: Morscher
Die Mehrfamilienhaus-Anlage in Langegg ist laut Energieinstitut in Sachen Energieeffizienz zukunftsweisend. Foto: Morscher

Energieinstitut will mit Studie zeigen, wie Energieautonomie bei Gebäuden machbar ist.

Dornbirn. (VN-sca) Unumstritten ist die Arbeit des Energieinstituts bei Fachleuten nicht immer. Davon lässt sich aber Martin Ploß, Bereichsleiter Energieeffizientes Bauen, nicht abhalten. Im Gegenteil: Nun hat er in einer aktuellen Studie gemeinsam mit dem Münchner Büro Vallentin + Reichmann untersucht, wie sich der Gebäudebestand in Vorarlberg entwickeln sollte, damit die Zielsetzung der
Energieautonomie in diesem Sektor erreicht wird. Dabei wurden Energiebedarf und Treibhausgasemissionen des Wohngebäudeparks in vier Szenarien modelliert.

Dabei zeige sich, so Ploß, dass sich der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser trotz eines deutlichen Zuwachses der Gesamtwohnfläche bis 2050 um zwei Drittel reduzieren lasse, die CO2-Emissionen sogar um 87 Prozent. Dafür sei es notwendig, bei Neubau und Sanierung auf energieeffiziente Gebäudehüllen und auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energieträger zu setzen.

Laut Ploß sei das der einzig sinnvolle Weg, denn das gemeinsam mit Vogewosi und Arbeiterkammer realisierte Modellprojekt „Klinawo“ in Feldkirch zeige, dass die über die Lebensdauer betrachtet kostengünstigsten Wohngebäude nur sehr wenig Energie verbrauchen würden und daher absolut „energieautonomietauglich“ seien. Oder umgekehrt: „Wer heute nicht energieeffizient baut, baut nicht wirtschaftlich“, zieht er die Folgerungen aus der Studie. Und die Studie mit dem Titel „Szenarien zum künftigen Energiebedarf des Wohngebäudeparks Vorarlberg“ nennt fünf Strategien, die es möglich machen, die für das Jahr 2050 tauglichen Gebäude schon jetzt wirtschaftlich zu errichten, nämlich durch die Senkung des Energiebedarfs durch energieeffiziente Gebäudehüllen bei Neubau und Sanierung, die konsequente Umstellung des Wärmeerzeugermixes in Richtung erneuerbare Energie (z. B. Wärmepumpen, erneuerbare Nah- und Fernwärme oder Biomasse.

Haustechniksysteme wie Heizung, Warmwasser und Lüftung müssen eine hohe Effizienz gewährleisten, außerdem brauche es vor Ort erzeugte Energie in einem höheren Maß als bisher und schließlich müsse der europäische Strommix ebenfalls in Richtung erneuerbare Energien umgebaut werden.

Weitere Informationen und die Studie zum Download:
https://www.energieinstitut.at/szenarienstudie-vorarlberg/