Neue Unruhen in Jerusalem

Politik / 27.07.2017 • 22:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Israelische Sicherheitskräfte bewachen das Gelände. Foto: AFP
Israelische Sicherheitskräfte bewachen das Gelände. Foto: AFP

Trotz Einigung in der Tempelberg-Krise kam es zu schweren Zusammenstößen.

jerusalem. Nach einer leichten Beruhigung der Situation am Tempelberg in Jerusalem ist es erneut zu Konfrontationen gekommen. Mindestens 50 Palästinenser wurden nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond bei Zusammenstößen mit israelischen Polizisten auf der Anlage in Jerusalems Altstadt verletzt. Tausende von Muslimen waren nach Beendigung eines Boykotts auf den Tempelberg geströmt, der Juden wie Muslimen heilig ist. Rund 100.000 Menschen versammelten sich nach palästinensischen Angaben in der Altstadt.

Israel hatte zuvor auch die letzten Kontrollvorrichtungen an den Zugängen abgebaut. Die muslimische Führung in Jerusalem verkündete daraufhin, der Status quo an der heiligen Stätte sei wiederhergestellt. Gläubige könnten wieder in der Al-Aksa-Moschee beten. Als Tausende auf das Plateau strömten, geriet die Lage jedoch außer Kontrolle. Es gab Unmut, weil eines der Zugangstore noch geschlossen war. Die Polizei öffnete es daraufhin. Dennoch eskalierte die Situation. Nach Angaben einer Polizeisprecherin bewarfen Palästinenser Sicherheitskräfte mit Steinen. Der Rote Halbmond teilte mit, Menschen seien durch Gummimantelgeschosse israelischer Polizisten getroffen worden und hätten Tränengas eingeatmet.

Israel hatte nach einem tödlichen Anschlag arabischer Angreifer auf Polizisten am 14. Juli stärkere Kontrollen von muslimischen Gläubigen mit Metalldetektoren angeordnet. Die Palästinenser werteten dies als Versuch Israels, mehr Einfluss auf den Tempelberg zu erlangen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte am Donnerstag die Todesstrafe für jenen palästinensischen Attentäter, der am Freitagabend in einer israelischen Siedlung drei Menschen ermordet hatte. „Die Todesstrafe für Terroristen – es ist Zeit, sie in schweren Fällen anzuwenden“, sagte er im Gespräch mit Angehörigen der Opfer laut einem Video auf Twitter.