Starkes Altach darf weiterträumen

Sport / 27.07.2017 • 23:22 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Altachs Europacup-Fighter rund um Moumi Ngamaleu lieferten dem haushohen Favoriten KAA Gent einen tollen Kampf und wurden mit einem 1:1-Remis belohnt.Foto: gepa
Altachs Europacup-Fighter rund um Moumi Ngamaleu lieferten dem haushohen Favoriten KAA Gent einen tollen Kampf und wurden mit einem 1:1-Remis belohnt.Foto: gepa

Schmidt-Elf holt bei KAA Gent dank einer Klasseleistung ein verdientes 1:1-Remis.

Gent. Der Cashpoint SCR Alt­ach bleibt auswärts in der Europa League weiter ungeschlagen. Beim belgischen Spitzenklub holte sich die Elf um Kapitän Philipp Netzer ein verdientes 1:1, wobei nicht nur aufgrund der langen 1:0-Führung gar ein Sieg im Bereich des Möglichen lag. Für das Rückspiel am 3. August (20.30 Uhr) in Innsbruck bleibt damit alles offen – für Hochspannung ist gesorgt.

Was für eine Anfangsphase in der Ghelamco-Arena in Gent! Altach begann in der Brest-Formation erneut sehr mutig – und siehe da: Wieder ein Altacher Treffer in den ersten zehn Spielminuten. Kaum zu glauben, aber das Tor von Louis-Clement Ngwat-Mahop war schon das sechste in der Schmidt-Ära. Ausgangspunkt war ein Foul von Damien Marcq an Lucas Galvão in der Halbposition. Kristijan Dobras hob den Ball gefühlvoll zur Mitte, wo er per Kopf auf das lange Eck verlängert wurde. Simon Piesinger war zur Stelle, knallte das Leder an die Torumrandung und Ngwat-Mahop drückte den rückspringenden Ball per Kopf über die Linie (5.).

Das Tor traf den Nerv der Belgier, die in der Folge völlig den Faden verloren, Altach hingegen zog sein mutiges Spiel gekonnt und ruhig auf. Und so musste Goalie Lovre Kalinic wenig später bei einem Schuss von Stefan Nutz (7.) so richtig zugreifen. Die anfängliche Sicherheit sollte aber nach zehn Minuten weggewischt sein. Auslöser war die Verletzung von Andreas Lienhart. Beim 31-Jährigen machte sich die alte Muskelverletzung bemerkbar. Schon nach zehn Minuten musste der Routinier den Platz verlassen. Gut zwei Minuten dauerte es, bis Emanuel Sakic eingewechselt wurde. Zwei Minuten, in denen Gent so richtig ins Rollen kam. Vor allem Moses Simon spielte groß auf und war von seinem neuen Gegenspieler (Sakic) nie in den Griff zu bekommen. Die Chancen stellten sich schnell ein. Vorerst aber stand Martin Kobras wie ein Bollwerk. Gegen Yuya Kubo lenkte er das Leder zur Ecke (17.), wenig später reagierte er fantastisch, als Mamadou Sylla plötzlich allein vor dem Tor auftauchte.

Pfiffe und Gelb gegen Kobras

Kobras aber wurde nicht nur aufgrund seiner Reflexe zum Buhmann für die Gent-Fans. Pfiffe begleiteten ihn praktisch bei jedem Abstoß, weil es den Anhängern nicht schnell genug ging. Schließlich sorgte er nach 40 Minuten für einen weiteren Aufreger, als er bei der Abwehr eines Sylla-Schusses mit dem Ball in der Hand über die Strafraumlinie flog. Den fälligen Freistoß setzte Danijel Milicevic neben das Tor (42.).

Es war das Ende einer Druckphase der Hausherren, deren Höhepunkt ein Kracher an die Querlatte von Simon (31). war. Paradoxerweise vergab nur 20 Sekunden später Ngamaleu im Gegenzug den möglichen zweiten Treffer, als er an Kalinic scheiterte.

Offenes Spiel nach der Pause

Gent setzte nach dem Wechsel dort fort, wo man vor der Pause aufgehört hatte. Mit Bällen über die Seite, vor allem über Moses Simon, versuchte man von Beginn an Druck zu machen. Altachs Gegenrezept war jetzt, selbst mehr Initiative zu ergreifen. Vor allem über Simon Piesinger liefen die Bälle, die der 25-Jährige geschickt verteilte. Auch die Ordnung im Spiel passte nun wieder besser, die Räume wurden effektiver genutzt und auch geschlossen. Und vor dem Tor waren die Altacher sogar gefährlicher. So wurde ein gut angetragener Schuss von Stefan Nutz abgeblockt (53.), dann scheiterte Ngamaleu nach einem Nutz-Pass an Kalinic – und zudem verletzte sich Ngwat-Mahop. Der Kameruner, erneut als Speerspitze aufgeboten, musste mit der Trage vom Platz. Hannes Aigner nahm seinen Platz ein.

Wirklich Gefahr drohte Altach eigentlich nur, wenn Simon ins Spiel kam. Der nigerianische Teamspieler war nie zu stoppen. Etwa als er Sylla freispielte und dieser den Ball auf die Querlatte setzte (71.). Am Ende musste man dennoch den Ausgleich hinnehmen, weil die eingewechselten Samuel Kalu und Kalifa Coulibaly zuschlugen. Zweiterer verwertete die Hereingabe (76.). In der Nachspielzeit kam Glück hinzu, als Kobras einen Milicevic-Freistoß noch an den Pfosten lenkte (90./+ 2).

Mit dem 1:1 bin ich nicht zufrieden, ein 0:0 wäre besser gewesen.

Hein Vanhaezebrouck
Mittelfeld-Motor Simon Piesinger herzt den Torschützen Louis Mahop nach seinem frühen Führungstreffer zum 1:0.Foto: gepa
Mittelfeld-Motor Simon Piesinger herzt den Torschützen Louis Mahop nach seinem frühen Führungstreffer zum 1:0.Foto: gepa
Zweikämpfe wie dieser von Altach-Kapitän Philipp Netzer gegen Gents Gigot standen im Hinspiel der Europa League auf der Tagesordnung. gepa
Zweikämpfe wie dieser von Altach-Kapitän Philipp Netzer gegen Gents Gigot standen im Hinspiel der Europa League auf der Tagesordnung. gepa

Fußball

UEFA Europa League

Qualifikation, 3. Runde (Hinspiel)

KAA Gent (BEL) – Cashpoint SCR Altach  1:1 (0:1)

Ghelamco Arena, 15.000 Zuschauer, SR Adrien Jaccottet (SUI)

Torfolge: 5. 0:1 Ngwat-Mahop (Kopfball), 76. 1:1 Coulibaly

Gelbe Karten: 17. Patrick Salomon (Foulspiel), 40. Kobras (Unsportlichkeit), 49. Ngamaleu, 50. Piesinger, 60. Netzer, 90. Aigner (alle Altach/alle Foulspiel)

KAA Gent (3-5-2): Kalinic; Gigot, Mitrovic, Asare; Birger Verstraete (46. Kalu), Esti, Dejaegere, Marcq (66. Coulibaly), Simon; Kubo, Sylla

Cashpoint SCR Altach (4-1-4-1): Kobras; Lienhart (13. Sakic), Zech, Netzer, Galvão; Piesinger; Ngamaleu, Stefan Nutz (84. Gebauer), Patrick Salomon, Dobras; Ngwat-Mahop (65. Aigner)

Rückspiel: 3. August, 20.30 Uhr in Innsbruck, Tivoli-Stadion Tirol

Weitere Termine

Play offs, Auslosung: 4. August

Play offs: 17./24. August

Gruppenphase, Auslosung: 25. August in Monaco