Was zu dulden ist …

Eigentum / 27.07.2017 • 08:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auch wenn er nicht jedermanns Geschmack ist, der Gartenzwerg darf bleiben. Foto: Shutterstock
Auch wenn er nicht jedermanns Geschmack ist, der Gartenzwerg darf bleiben. Foto: Shutterstock

Recht. Muss man Nachbars rostige Werkzeuge und hässliche Gartenzwerge in dessen Garten dulden?

Gegen eine unpassende Optik kann man leider nichts machen. Der Eigentümer eines Grundstückes kann dem Nachbarn lediglich die von dessen Grund ausgehenden Einwirkungen durch Abwasser, Rauch, Gase, Wärme, Geruch, Geräusch, Erschütterung etc. insoweit untersagen, als sie das ortsübliche Ausmaß überschreiten und die ortsübliche Nutzung des Grundstückes wesentlich beeinträchtigen. „Ideelle Einwirkungen“ wie das gestörte ästhetische Empfinden beim Hin-
überschauen, sind nicht untragbar. Das gilt sowohl für misslungene Architektur wir für geschmacklose Skulpturen, Gerümpel oder Müll in Nachbars Garten. Gegen Lichtreklame oder übermäßige Scheinwerferbeleuchtung kann man unter der „Abwehr unzulässiger Immissionen“ vorgehen. Der Gartenzwerg bleibt allerdings.

Grenzeinrichtungen

Auch bleibt es den Nachbarn überlassen, in welcher Art und Form sie eine Hecke schneiden. Lediglich in puncto Straßensicherheit gibt es Vorschriften. Die Gestaltung von grünen Einfriedungen (Sträuchern, Büschen) ist nicht auf 1,80 begrenzt, dies betrifft Mauern und Zäune. Das Überhangrecht ist das Recht, den von einem Baum auf sein Grundstück, Luftraum oder Erdreich wachsenden Überhang in Form von Ästen oder Wurzeln zu beseitigen oder sonst zu benützen. Wenn Äste und Wurzeln von Bäumen des Nachbarn in das eigene Grundstück hineinragen, hat der Eigentümer keine Verpflichtung diese zu stutzen, der Nachbar kann jedoch vom Selbsthilferecht Gebrauch machen und diese selbst – allerdings sorgsam und fachgerecht – abschneiden.

Weitere Infos auf
www.help.gv.at